fullscreen : Die Kaufkraft des Geldes

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XI.  Kapitel.

Bei  der  ungeheuren  Zunahme  des  Edelmetallbestandes  ist  es  nicht  zu
verwundern,  daß  ein  Steigen  der  Preise  eintrat!
Wir  sahen,  daß  eine  allgemeine  Zunahme  erstens  in  den  Beständen  der
Geldmetalle  und  zweitens  im  Preisniveau  eintrat,  und  daß  die  größte  Zunahme ­
  in  beiden  Fällen  im  sechzehnten  Jahrhundert  erfolgte.  Ferner  haben
wir  gefunden,  daß  die  Preise  nicht  so  rasch  stiegen  wie  die  Menge  des  Geldes.
Auf  Grund  des  erhöhten  Geschäftsumfanges  war  diese  verhältnismäßige
Verlangsamung  der  Preissteigerung  zu  erwarten.  Wir  wissen,  daß  diese
Erhöhung  durch  die  Zunahme  der  Bevölkerung  und  durch  die  gewerblichen ­
  Fortschritte  —  besonders  in  den  Handelsgewerben  —  und  durch
die  Entwicklung  der  Transportverhältnisse  herbeigeführt  worden  ist.  Die
Veränderungen  in  der  Umlaufsgeschwindigkeit  des  Geldes  sind  uns  völlig
unbekannt.

§3.
Die  während  des  letzten  Jahrhunderts  mit  größerer  Sorgfalt  aufgezeichneten ­
  Preisbewegungen  weisen  ein  vielfaches  Steigen  und  Fallen  auf.
beer  (a.  a.  0.)  sowie  Del  Mar  in  Eistory  oj  the  Precious  Metals,  New  York  (Cambridge
Encyclopaedia  Co.),  1902,  S.  449.  Die  jeweilige  Preislage  (mit  Ausnahme  dessen  vom
Jahre  1900)  ist  ermittelt  als  Durchschnitt  der  Angaben  von  Vicomte  D’Avenel,  Histoire
Economique  de  la  Proprietö  des  Salaires  et  des  Denrties,  I.  Bd.,  S.  27  und  32,  Leber  und
Hanauer  (siehe  A.  Aupetit,  Essai  sur  la  theorie  generale  de  la  monnaie,  Paris  (Guillaumin),
1901,  S.  245);  jede  der  drei  Schätzungen  wurde  für  das  letzte  Viertel  des  achtzehnten  Jahrhunderts ­
  oder  vielmehr  von  1770—1790  auf  100  Prozent  reduziert.  In  jedem  Falle  stellt
die  angegebene  Zahl  den  Durchschnitt  der  von  den  drei  Autoritäten  gefundenen  Zahlen
für  das  vorangehende  und  folgende  Vierteljahrhundert  dar.  Als  ein  Kompromiß
zwischen  sehr  widerstreitenden  Forschungsergebnissen  ist  für  das  Jahr  1900  die
Zahl  125  gegeben.  Leber,  Hanauer  und  D’Avenel  stimmen  in  ihren  Feststellungen
ziemlich  überein,  und  D’Avenel  (1890  bis  1894)  fand  das  „gegenwärtige“  Preisniveau  in
Frankreich  doppelt  so  hoch,  als  es  in  den  Jahren  1776  bis  1790  gewesen  war  (S.  32),  was
die  erforderte  Zahl  200  ergibt.  Die  in  Investigations  in  Currency  and  Finanee,  London
(Macmillan),  1884,  S.  144,  durch  Jevons  für  die  Jahre  von  1782  bis  1818  für  England
aufgestellten  Zahlen  hingegen  in  Verbindung  mit  denjenigen  Sauerbecks  in  Course  of
Average  Prices  in  England,  London  (King),  1908,  vom  Jahre  1818  bis  zur  Gegenwart,  zeigen
ein  tatsächliches  Fallen  der  Preise  an,  wobei  sich  für  1900,  auf  der  oben  erwähnten  Basis,
eine  Ziffer  zwischen  75  und  80  ergibt.  Die  englischen  Zahlen  sind  viel  vollständiger  als  die
Zahlen  des  Kontinents  von  D’Avenel,  Leber  und  Hanauer,  weshalb  ihnen  auch  mehr  Gewicht ­
  beigemessen  wird,  und  die  Zahl  125  scheint  einen  angemessenen  ungefähren  Durchschnitt ­
  für  Europa  darzustellen.  Die  großen  Abweichungen  der  einzelnen  Zahlen  voneinander ­
  lassen  aber  diese  und  jede  andere  Zahl,  die  man  wählen  mag,  als  äußerst  ungewiß
erscheinen.
            
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