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Vordergrund stellte !), Sowol dieser Vorschlag als der von
Felix Pyat in der Sitzung vom 2. November eingebrachte ?),
der aber irriger Weise die Arbeitsfreiheit (droit de travail) mit
dem Rechte auf Arbeit, dem droit au travail, verwechselte,
wurden, der erste mit 596 gegen 187, der zweite mit 638 gegen 86
Stimmen abgelehnt und der Commissionsentwurf angenommen.
In den langen Debatten über diese Anträge standen sich An-
hänger und Gegner?) des Rechts auf Arbeit schroff gegen-
über und man ging auseinander, ohne dass es gelungen wäre,
eine gewisse mittlere Linie zu finden. Die Gegner führten als
Hauptargument an, dass der Staat, unvermögend, eine so aus-
gedehnte wirtschaftliche Thätigkeit zu entfalten, wie sie das
Recht auf Arbeit voraussetze, sich darauf beschränken müsste,
den unbeschäftigten Arbeitern den in ihrem Berufszweige üb-
lichen Lohn auszuzahlen; ein solcher Vorgang würde aber die
staatlichen Finanzen völlig erschöpfen und eine geordnete
Staatsverwaltung überhaupt unmöglich machen *). Mit der Ab-
lehnung in der Nationalversammlung des Jahres 1848 hatte üb-
rigens das Recht auf Arbeit in Frankreich seine Rolle ausge-
spielt und der französische Sozialismus hat es seither nicht
mehr parteimässig‘ vertreten.
1) Der Antrag Glais-Bizoin’s (Garnier a. a. O. p. 300) lautete: La RE-
publique doit probe le citoyen dans sa personne, sa famille, sa religion, sa
propriete, son travail. Elle reconnait le droit de tous les citoyens A l’instruc-
tion, le droit al 6Existence par le travail et & Vassistance, .
2) S. den Moniteur vom 3. Nov. 1848 No. 307 u. 308: La R6publique
doit protöger le citoyen dant sa personne, sa famille, sa religion, son droit de
propriete et son droit de travail ;
3) Zu diesen gehörte besonders Thiers; s. dessen Rede bei Garnier
a. a. O0. p. 188—219.
4) Val. die Aeusserung Bastiat’s bei Garnier a, a. O. p. 375: Le
droit au travail, c’est done en resume la nictere universelle pouss&e jusqu'ä
la destruction. Vgl. übrigens auch daselbst die das Recht auf Arbeit be-
kämpfenden Aufsätze von L&on Faucher (Garnier P- 345): Le droit au
travail, c’est le droit au capital, c’est le droit au salaire, c’est le droit ä&
Paisance, «est la cröance la plus 6tendue dont on puisse armer les individus
contre le tresor public; Wolowski (Garnier p. 359): „Proclamer le droit
au travail, est proclamer l’6ternite de la misere“ u. Parieu p. 368—73.