Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

RUSSLAND.  —  Militär  (Landmacht  .

123

1863  1864
Artillerie  41,734  4b,773
Genie  13,413  16,203
Zusammen  457,875*)  808,670
B.  Die  zweite  Activ-  Kaukasus-)  Armee:
Linienbataillone  .  .  80,455  74,561
Festungsregimenter  —  23,472
Festungsartillerie  .  .  19,830  29,892
Zusammen  100,285  127,925
C.  Reserven  etc.
Reserven  87,350  38,518
Innere  Wache  .  .  .  129,262  123,161
Detaschirte  Soldaten  .  32,390  30,200
Gendarmen  ....  3,994  6,511
Instructoren  ....  1,040  990
Zusammen  254,036  199,380
Totalsumme  .  812,196  1*135,975

D  Irreguläre  Truppen,  307,000  zum  Dienst  verpflichtete  Kosaken,
von  denen  177,460  sich  im  wirkl.  Dienst  befinden  (somit  oben  bereits  eingerechnet ­
  sind).
Die  Liste  über  die  erste  Activarmee  für  1864  muss  als  bedeutend
zu  hoch  angesehen  werden.**)  Es  scheint,  dass  man  die  Zahl  aller  diesem ­
  Haupttheile  des  Heeres  Zugewiesenen  dem  frühem  Bestand  beirechnete, ­
  ohne  die  grossen  Abgänge  in  Abzug  zu  bringen.  Ohnehin  haben
seitdem  sehr  ansehnliche  Entlassungen  stattgehabt,  und  so  dürfte  der
wirkliche  Stand  der  Activarmee  Ende  1864  wol  nicht  bedeutend  grösser
sein  als  der  für  1863  formell  aufgeführte.  Allerdings  ist  mittlerweile
der  grösste  Theil  der  Kaukasusarmee  verfügbar  geworden.  Bemerkenswerth ­
  erscheint  die  beinahe  vollständige  Erschöpfung  aller  Reserven  in
der  Liste  von  1864.  Durch  Entlassungen  aus  der  Activarmee  hat  diese
Zahl  natürl.  wieder  eine  starke  Vermehrung  erhalten.  ***)

*)  Da  die  Truppencorps  überall,  bes.  aber  in  Russl.,  auf  dem  Rapiere  bedeutend ­
  grösser  zu  sein  pflegen  als  in  Wirklichkeit,  so  mag  diese  Aufstellung
des  »Invaliden«  geradezu  als  Beweis  dienen,  dass  unsere  Berechnung  von  1862
der  Wirklichkeit  entsprach.  Auch  haben  wir  nur  eine  Position  als  zu  gering
bezeichnen  hören  ;  die  Zahl  der  Garden  soll  etwas  grösser,  dagegen  die  der  Kosaken ­
  in  sofern  kleiner  gewesen  sein,  als  die  im  wirkl.  Dienst  gestandenen  von
der  letzten  Abtheilung  hätten  abgerechnet  werden  müssen.
**)  Es  sei  wiederholt  erinnert,  dass  jede  Armee  auf  dem  Pmiiere  weit
grösser  zu  sein  pflegt  als  in  Wirklichkeit.  Welchen  absoluten  Werth  die
Listen  des  »Invaliden«  besitzen,  mag  man  aus  folg.  Notizen  entnehmen:  Nach
dem  »Invaliden«  vom  Febr.  1862  zählte  das  reguläre  Heer  im  J.  1859  357  Generale, ­
  30,051  Offieiere  und  850,225  Gemeine,  dagegen  wirklich  präsent  334  Generale, ­
  19,025  (hficiere  und  698,354  Gemeine.  »Die  Armee  war  damals  schon
bedeutend  reducirt,  denn  im  Jahre  1856  hatte  sie  440  Generale,  24,603  Officiere
und  974,556  Gemeine  gezählt,  wozu  noch  6033  Officiere  und  369,098  Gemeine
von  der  Volksbewatfnung  kamen.  Dabei  ist  die  irreguläre  Armee  nicht  mit  eingerechnet, ­
  die  1859  23  Generale,  2794  Officiere  und  338,381  Gemeine  zählte.
Ueberhaupt  betrug  die  Gesammtzahl  der  Armee  1856:  1*536,183  und  1859:
1*244,569  M.«  Solche  Zahlen  nehmen  sich  sehr  schön  auf  dem  Papier  aus,  entsprechen ­
  nun  aber  einmal  nicht  der  Wirklichkeit.
*•*)  Eine  kaiserl.  Entschliessung  vom  Aug.  1864  bestimmt  in  Kriegszeiten
den  Effectivstand  jedes  Infanterie-Bataillons  zu  900  M  und  jedes  Tirailleur-Bataillons
  zu  780  M.,  d.  h.  also  180  M.  per  Compagnie.  In  Triedenszeiten  ist
            
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