Full text : Währung und Handel

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Eine  Steigerung  der  (icddprudnction  wird  auf  Silber  und  Gold
beinahe  gleiclimässig  drücken  ;  ein  Zurückgeben  der  Goldproduction
  das  (irold  jedenfalls  inebr  in  seiner  Kaufkraft
stärken,  als  das  Silber.  Ein  nachhaltiges  Zurückgehen  der
Si  Iber  production  kann  als  beinahe  unmöglich  bezeichnet  werden,
denn  dies  wäre  gleichbedeutend  mit  einem  Zurückgehen  der
technischen  Hilfsmittel  des  Bergbaubetriebes.  Die  Silberproduction
  kann  nur  in  Folge  des  Preisrückganges  für
Silber  zurückgehen,  und  also  niemals  die  Ursache  einer  nachhaltigen ­
  Preissteigerung  dieses  Edelmetalls  sein.  Nimmt
vollends  die  Silberproduction,  wie  es  allen  Anschein  hat,  fernerhin ­
  zu,  so  wird  dies  naturgemäss  den  Silberpreis  vollends
drücken.
]\rit  all  dem  aber  soll  keineswegs  behauptet  werden,
dass  eine  ungemessene  fernere  Erweiterung  des  Preisabstandes
zwischen  Gold  und  Silber  wahrscheinlich  oder  auch  nur  nach
menschlicher  Voraussicht  zu  erwarten  sei.  Bis  zu  dem  Zeitpunkte ­
  allerdings,  wo  die  sämmtlichen  Staaten  der  abendländischen ­
  Civilisation  zur  Goldwährung  übergegangen,  ihres
überschüssig  werdenden  Silbervorrathes  ledig  sein  werden,
sind  weitgehende  PreisHuctuationen,  die  im  grossen  Ganzen
dem  Silber  sehr  schädlich  sein  werden,  allerdings  mit  Sicherheit ­
  vorauszusehen.  Wenn  insbesondere  die  Länder  der  lateinischen ­
  Münzconvention  die  Silberprägungen  gänzlich  einstellen, ­
  mit  ihrem  Silbervorrathe  auf  dem  Markte  erscheinen
und  Gold  dafür  zu  kaufen  beginnen  werden,  ist  ein  ferneres
ausgiebiges  Fallen  des  Silber])reises  unmöglich  zu  vermeiden.
Wie  weit  dies  gehen  wird,  lässt  sich  mit  Bestimmtheit  nicht
einmal  annähernd  Vorhersagen,  aber  gross  werden  die  Fluctuationen
  in  diesem  Falle  jedenfalls  sein,  und  keine  andere
Grenze,  als  die  im  Silberbedarfe  Ostasiens  gelegene  haben.
Dieser  Silberbedarf  aber  muss  noth  wendigerweise  hervortreten,
und  zwar  desto  stärker,  je  mehr  sich  das  Silber  in  Europa
entwerthet.  Die  jenigen,  die  da  annehmen,  dass  der  Preisabstand ­
  der  beiden  fletadle  aus  dem  Grunde  grösser  werde,
weil  das  Gold  an  Kaufkraft  gewinnt,  mögen  allerdings  auch
glauben,  dass  dieser  Abstand  bis  in’s  Unendliche  wachsen
kann.  Wer  aber  der  Ansicht  ist,  dass  die  Vergrösserung
des  Preisabstandes  hauptsächlich  auf  eine  Verringerung  des
            
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