Full text : Währung und Handel

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riiigert  und  dadurch  die  Arbeitgeber  genöthigt  werden,  die
Uelialte  zu  erhöhen.  Der  Staat  aber  gehört,  wie  im  1.  Buche
bereits  hervorgelioben  wurde,  gleiclisam  zu  den  tix  Besoldeten  ;
die  meisten  Steuern  liefern,  solange  der  Steuersatz  nicht
erhöht  wird,  nur  unwesentlich  höhere  Tlrträge,  auch  wenn  das
steuerpflichtige  Crut  noch  so  sehr  im  Preise  steigt.  Der  Steuersatz ­
  aber  kann  im  Falle  der  (xeldentwerthung  nur  schwer  und
allmälig  erhöht  werden,  zunächst  schon  aus  dem  1%runde,  weil  eine
grosse  Classe  von  Steuerträgern  das  Schicksal  des  Staates
theilt,  nämlich  trotz  der  allgemeinen  Preiserhöhung  unfähig
ist,  auch  nur  nominell  höhere  Lasten  zu  tragen.  Zudem  ist
jede  Verschiebung  der  Vermögens-  und  Einkommensverhä  11-nisse
  im  Volke  den  Staatsfinanzen  schädlich,  denn  die  verminderte ­
  Leistungsfähigheit  der  Benachtheiligten  wird  sich
augenblicklich  fühlbar  machen,  die  erhöhte  Leistungsfähigkeit ­
  der  Begünstigten  dagegen  kann  nur  selten  rasch  genug
ausgebeutet  werden.  Aus  demselben  Grunde  werden  auch  ganz
im  Allgemeinen  für  den  Staat  die  Folgen  einer  Geldentwerthung
weit  rascher  fühlbar  sein  als  die  einer  Geldvertheuerung.
Die  Staatsausgaben  dagegen  richten  sich  beinahe  sämmtlich
  nach  den  auf  dem  Weltmärkte  herrschenden  Preisen,  und
zwar  geschieht  dies,  wie  im  IX.  Capitel  des  I.  Buches  nachgewiesen ­
  wurde,  mehr  oder  minder  rasch,  je  nachdem  es  sich
um  die  Zinsen  im  Auslande  untergebrachter  Anlehen,  um  Waareneiiikäufe
  am  offenen  Markte  oder  um  Gehalte  handelt.  Der
Staat  mit  isolirter  Silberwährung  wird  also  bei  einem  Fallen
des  Silberpreises,  oder  was  für  ihn  auf  dasselbe  hinausläuft,
bei  einem  Steigen  des  Goldpreises,  im  grossen  (Tanzen  nominell
dieselben  Einnahmen,  aber  gesteigerte  Ausgaben,  bei  einem
Steigen  des  Silberpreises  oder  Fallen  des  Goldpreises  annäherml
dieselben  Einnahmen,  aber  verminderte  Ausgaben  haben  ;  er
wird  im  ersteren  Falle  Deficite,  im  zweiten  Falle  Ueberschüsse
in  seinem  Haushalte  entstehen  sehen,  die  nicht  vorhanden
wären,  wenn  sein  Währnngsmetall  das  der  Nachbarstaaten
wäre.  Aber  während  sich  Verlust  und  Gewinn  bei  den
Ausgaben  in  beiden  Fällen  so  ziemlich  die  Wage  halten,
wird  bei  den  Einnahmen  der  Gewinn  aus  einer  Steigerung
des  (xeldwerths  dem  Verluste  bei  der  (xeldentwerthung  niemals
gleichkommen,  es  wird  sich  auf  die  Dauer  immer  ein  lieber-
            
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