dasselbe Interesse wie Deutschland. England und Frankreich können und wollen
ihre ökonomischen Zustände, nur durch die Stoffverediung verbessern. Bei Frank-
reich machen nur die Weine eine Ausnahme. England dagegen hat seit dem
Methuenverirag keinen Handelsvertrag abgeschlossen oder abzuschließen versucht,
welchem nicht der Zweck einer .vermehrten Ausfuhr von Manufakturwaren gegen
Rohstoffe. und Lebensmittel zugrunde gelegen wäre , .. Weder mit England noch
mit Frankreich kann Deutschland vernünftigerweise einen Handelsvertrag ab-
schließen — erstens weil diese Nationen ihm keine entsprechenden Äquivalente bie-
ten können, zweitens weil sie das, was sie bieten können, auch ohne einen Handels-
vertrag... gewähren müssen.“
Die Idee, daß die Wirtschaftstendenz des 19. Jahrhunderts auf ein „Systöme
d’isolement“ zusteuere, findet sich, freilich ohne Bejahung und positive Gestaltung,
in einer der Hauptquellen Lists, in Chaptals „De industrie francaise‘“, 2 völs.
Paris 1819, Einleitung S. 47.
117 Um nochmals klarzustellen: Die Stufenlehre entspringt einer außenpoliti-
schen Motivation und ist zweitens Lists geniale Gedankenschöpfung, die allein ihm
ermöglicht, eine echt historisch fundierte Entwicklungss ystematik zu ge-
stalten. Aber Ursprung und praktisches Ziel der Systematik sind politisch.
118 Vgl. Nat. Syst. S. 5597.
119 ZVBl. 1843, S. 45: „. .. sind wir von jeher der Meinung gewesen, Eng-
land stehe erst jetzt am Eingang seiner Größe.“ Ebenda 1845 vom 30. Dezember:
„Die Stunde der englischen Korngesetze hat geschlagen, und von dem Tage, an
welchem sie fallen, wird sich eine neue Ära in der Geschichte der praktischen
Nationalökonomie des Inselreiches datieren.“ Mit gleicher Tiefe wie Cobden hat
List die Vorgänge jener Jahre mitgelebt, aber als Deutscher trat er ins Feld für
zeine Nation, um „den ihr drohenden Schlag abzuwenden“ (Die Verbilligung aller
anglischen Fabrikate).
120 Abgedruckt im ZVBl. 1847, S. 241 £.
121 Unzählig sind die Zeugnisse hierfür in den 4000 Seiten des ZVBls.
122 Der direkte Verkehr aller anderen Staaten nur mit den nicht von England
okkupierten Gebieten der östlichen und südlichen Welt sollte England zum Prinzip
der offenen Tür in allen nicht europäischen Ländern zwingen, so daß die Welt
handelspolitisch in zwei Einheiten zerfiele: die großen Industriestaaten und ihnen
gegenüber alle damals nicht industrialisierten Länder.
123 ZVBl. 1843, S. 486: „Wie ein mächtiger Fels mitten im weiten Meere ragt
aus der Wellenwüste jener heuchlerischen und sophistischen Argumente eine einzige
klare und wahre Idee aus Lord Stanleys Rede hervor, auf die er auch sichtlich los-
steuert, trotz seines konfusen mystischen Manövers; sie heißt: ‚Wir müssen
Canada zu einer englischen Grafschaft machen‘. Freilich, das
müßt ihr, dazu fordert euch die Natur der Dinge auf, ihr könnt nicht anders .,.
Kurz, mit dieser Canada-Kornbill tritt das Kolonialsystem ins Leben, wie wir es in
unserer ersten Nummer ausgeführt haben. Und wie es schon vor zehn Jahren dem
Poulett Scrope 1... vorgeschwebt hat.“ Für Deutschland wird gefordert „das
Dreifache, den deutschen Handel selbständig zu organisieren, die eigene Schiffahrt
zu hebeu und der eigenen Industrie einen überseeischen Markt zu erwerhen“, ZVBE.
1845, S. 302.
124 ZVBl. ebenda S. 487. List zitiert: „When a system of colonisation has
applied our agricultural skill, labour and capital to the cultivation of our own
zolonial soils, the dimished cost of raising corn within our own territory will
lower its price ... and the cornlaws may then be repealed without injury to any
one. Those who wish for a cheap bread should call for such measures as may anable
it to be raised cheaply by British industry from British soils.‘“ „Das heißt bei den
englischen Whigs Handelsfreiheit!‘“ Pag. 391. Über Scropes Werk vgl. die Be-
sprechung durch Mohl in Rau’s Archiv f.p.Ök. usw. Bd. IL, 8. 3m £.:; der volle
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