Full text: Währung und Handel

{lacominodiron sich erst allmälig dieser Veränderung. Der Pro- 
idncent wird l)ei einer sogenannten günstigen Dxportcnnjunctnr 
liatsäcldicli nocli eine Zeit lang zn Preisen prodnciren können, 
die, in Papiergeld ausgedrückt, hilliger sind, als die früheren. 
Wann die endliche Ausgleichung eintritt, weiss er durchaus 
nicht und noch weniger kümmert er sich in der Regel um 
diese zukünftige Ausgleichung. 
Mit welch’ unherechenharer Capitals- und Kräftevergeu- 
dung für jedes Land ein Jahrzehnte lang andauernder Zustand 
sein muss, hei welchem fast ununterhrochen im auswärtigen 
Handel Gewinnste preisgegehen und Verluste erlitten werden, 
die im natürlichen Verlaufe der Dinge bewahrt, respective 
vermieden hätten werden können, wird sofort klar, wenn man 
sich die riesigen Summen vergegenwärtigt, die hei den hoch 
entwickelten Verkehrsverhältnissen der Gegenwart im aus 
wärtigen Handel jedes civilisirten Landes bewegt werden. 
Seit dem Jahre 184S, also seit dem Bestehen der Zettelwirtli- 
schaft in Oesterreich betrug dessen auswärtiger Waarenhandel 
rund 17 Milliarden Gulden. Wenn von dieser Summe im Durch 
schnitte durch den Einfluss der Valuta auch nur um 2 Percent 
weniger verdient wurde, als sonst der Fall gewesen wäre, so 
genügt schon der solcher Art gefundene Betrag überreichlicli 
zur FJulösung der gesummten in unserer Monarchie seit 1S4.S 
vorhanden gewesenen nicht bedeckten Geldzeiidien. Die Zettel 
emissionen Oesterreichs haben also schon aus diesem einen 
Titel allein um mehr als ihren Betrag Capital vergeudet. Der 
Unterschied zwischen der Ca|ätalsvergeuduug (lundi Kleiuentar- 
Eceignisse oder Krieg und derjenigen (lundi solidie Zettvl- 
emissionen besteht darin, dass die erstere mit Einem Schlage 
eintritt und dadurch deutlicher erkennhar und schmerzlicher 
fühlbar wird, dafür aber, ist die Katastrophe einmal vorüber 
gegangen, dem Verkehre und den wirthschaftlichen Kräften 
freie Bahn zur Heilung der erlittenen Schäden lässt ; während 
die Ca])italsvergeu(lung der Zettelwirthsidiaft unuuterhnxdien 
wirksam bleibt und dauernd jede gesunde wirths(diaftli(die 
Thätigkeit hemmt.
	        
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