Full text: Die Social-Demokratie

Arbeitsertrag. 
1'2'J 
Arbeitsertrag eines jeden einzelnen Arbeiters genau berech 
net und von demjenigen eines anderen bei derselben Pro 
duktion betheiligten Arbeiters ausgeschieden werden. Da die 
Arbeit keine Einzel-Arbeit, sondern eine gemeinschaftliche ist, 
und bet der Herstellung eines Produkts die Thätigkeit ver 
schiedener Arbeiter in einander greift, so kann es auch keinen 
Einzel-Arbeitsertrag geben, sondern nur einen gemeinschaft 
lichen. Ter „Äwlksstaat" rügt es auch als durchaus in 
korrekt, von einem „vollen Arbeitsertrag" zu reden, den der 
Arbeiter im socialistischen Staat erhalten solle. Er schreibt 
(1874, 120): 
„Der Socialismus kennt keinen rein individtlellen „Ar- 
„beitsertrag", weil es keine rein individuelle Arbeit gibt, son- 
„dern nur eine Arbeit in der Gesellschaft »nid durch die 
„Gesellschaft. Der „Arbeitsertrag" gehört der Gesellschaft, und 
„von einem „vollen Arbeitsertrag", den der Arbeiter im 
„socialistischen Staat empfangen solle, zu reden, ist daher 
„durchaus inkorrekt. Wie und wieweit das Produkt der 
„Arbeit unter die Individuen vertheilt werden wird, ist 
„Lache der socialistischen Organisation." 
Also auch in der socialistischen Gesellschaft kann eine Ber 
theilung des Arbeitsertrags nicht umgangen werden. Ein 
allgemein anerkanntes Vertheilungs-Princip hat der Socia 
lismus heute noch nicht aufzustellen vermocht. Er überläßt 
dies einfach der Zukunft. An Andeutungen, wie es dereinst 
mit der Vertheilung der Produkte soll gehalten werden, fehlt 
es nicht. So schreibt der „N. Social-Deniokrat" (1872 
41): 
„Ueber das Princip der gerechten Bertheilung der Ar- 
„bcitserzeugnisse ist in früheren Zeiten unter den verschiedenen 
«socialistischen und kommunistischen Schulen viel Streit ge- 
„wesen, und es haben bald von überspannter Phantasie ein- 
Tchustrr, Tie Locial-Tkinokratie. g
	        
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