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Beim Studium dieser Schichte» fällt uns der Umstand auf, daß,
obwohl wir uns in diesem Bache in der Streichungsrichtung bewegen, wir
jedoch das Verflachen der Schichten rechtsinnisch gegen uns zu, d. i. nord
westlich bemerken. Um unsere Meinung über diese Erscheinung auszu
sprechen, wollen wir uns hier eines bildlichen Vergleiches bedienen.
Denken wir uns z. B. ein zur Hälfte offenes Buch mit den Längs
seiten des Einbandes auf den Tisch gestellt. Ein Buch in dieser Lage
wird uns einen regelmäßigen Sattel darstellen, dessen Flügel beiderseits
abfallen, dessen Rücken aber in einer horizontalen Linie liegt. Heben
wir nun eine Seite in die Höhe, so daß das Buch bloß mit zwei Spitzen
auf dem Tische ausruht, so haben wir zwar dasselbe Verflächen der Sattel
flügel vor uns, aber der Rücken wird keine horizontale, sondern eine ge
neigte Linie bilden.
So einen schiefen Sattel haben wir nun in der erwähnten Gegend
vor uns, derselbe ist nichts anderes als die Fortsetzung des Ropianka-
Zuges, den wir schon am Blich beobachteten und dessen Aufbruch hier
weniger intensiv wird, so daß der ganze Rücken sich in der Strcichungs-
richtung senkt. Erst jetzt wird uns klar, warum die Ropiauka-Schichten
in dem äußersten Flügel >der Grybower Synklinale so schwach entwickelt
sind, — denn dort reducirt sich der ganze Aufbruch zu einem Minimum.
Erwähneuswcrth ist noch der Umstand, daß gegenüber diesem Orte am
linken Biata-Ufer Naphta-Ausbisse sich befinden.
Oberhalb des Punktes, wo unser Bach mit der Chauffée kreuzt und
von wo an derselbe beinahe parallel mit der Straße fließt, alterniren die
unteren Ropianka-Schichten mit den oberen, bis sie zuletzt von den rothen
Thonen überlagert werden. Es ist selbstverständlich, daß wir noch höher
oben an der Wasserscheide zwischen dem Biaka- und Ropa-Flusse zu
unserem Eocen gelangen. Da die Gesteine dieselben sind, wie in der
ganzen Grybower-Gegend, so wollen wir darüber keine Worte verlieren
und wenden uns gegen N., indem wir dem Laufe des Biaka-Flusses
folgen. — Wir haben bereits oben bemerkt, daß die Gegend nördlich von
Grybüw viele Analogie mit jener nördlich von Szymbark im Flußgebiete
der Ropa darbietet.
Diese Aehulichkeit wird uns noch mehr auffallen, wenn wir uns weiter
gegen N. in die Gegend von Bobowa begeben. Aehnlich wie bei Wojtowa,
Libusza u. s. w. haben wir auch hier eine wellige Hochebene, die aus
sanften, großen, sich an das südliche Terrain anschmiegenden Falten auf
gebaut ist.
Die vorwiegende Felsart bildet ein grobkörniger, leicht zerreiblicher
Sandstein mit einem mergeligen Bindemittel ohne organischer Reste, ohne
Hieroglyphen und Fucoideu. Dem Einflüsse der Atmosphäre ausgesetzt,