Full text: Die Deutschen im Auslande

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Arbeitskraft, durch Auferlegung von Tributen; aus friedlichem 
Wege durch den Handel, sofern derselbe Erzeugnisse der natio 
nalen Arbeit gegen diejenigen zur Ernährung des Volkes noth 
wendigen Lebensmittel eintauscht, welche der heimische Boden 
nicht in erforderlichem Maße hervorzubringen vermag. 
Der Hauptwerth des Geldes liegt darin, daß es ein 
Aequivalent bildet für zur menschlichen Nahrung geeignete 
Bodenerzeugnisse; denn von allen menschlichen Bedürfnissen ist 
dasjenige das wichtigste, von dessen Befriedigung sein Dasein 
unbedingt abhängig ist: das Bedürfniß nach Nahrung. Je mehr 
Geld oder Geldeswerth also einer Nation von außen her zu 
strömt, mit anderen Worten je reicher sie wird, desto reichlichere 
Nahrungsquellen werden ihr eröffnet, desto stärker kann sie sich 
vermehren, ohne daß sie nöthig hätte, ihren unmittelbaren Grund 
besitz auf Kosten der Nachbaren zu vergrößern. 
Letzten Endes wird einer Nation nur dadurch, daß ihre 
Arbeit, soweit sie über das zur Befriedigung der eigenen Be- 
dürfniffe erforderliche Maß hinausgeht, ihr von Seiten des 
Auslandes in Lebensmitteln bezahlt wird. die Möglichkeit ge- 
währt, in größerer Anzahl ein Land zu bewohnen, als der Grund 
und Boden innerhalb der Landesgrenzen zu ernähren vermag. 
Das Ltreben der Völker, ihr Nationalvermögen zu vermehren, 
welches im Großen und Ganzen sich deckt mit dem Streben, 
Absatzmärkte für die Erzeugnisse des nationalen Fleißes zu ge- 
winncn, bedeutet also im Grunde nichts anderes als das Be- 
mühen, sich einen Antheil zu verschaffen an den Erträgnissen 
fremden Grundes und Bodens. In demselben Maße, in wel- 
chem eine Nation sich vermehrt, wächst auch ihr Bedürfniß, die 
Absatzgebiete für die Erzeugnisse ihrer Arbeit zu vergrößern oder 
zu vermehren; eine Nation gleicht in dieser Beziehung nicht
	        
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