Full text: Die Deutschen im Auslande

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Volksthum zu verhindern, Erhaltung und Anregung des Natio 
nalbewußtseins. Letztgenannter Punkt, die Erhaltung und 
Anregung des Nationalbewußtseins, ist offenbar 
der wichtigste, denn ohne dieses würden, zumal an Orten, in 
welchen sich die deutsche Bevölkerung in der Minderheit befindet, 
alle Bemühungen, die schließliche Entnationalisirung derselben 
zu verhindern, fruchtlos bleiben. Nicht allein für den Idealisten, 
sondern auch für den Wirthschaftspolitiker, der die Dinge einzig 
nach ihrer Nützlichkeit schätzt, ist das Nationalbewußtsein von 
dem allergrößten Interesse. Ein kräftiges Nationalbewußtsein 
ist die beste Waffe eines Volkes in dem harten Kampfe um das 
Dasein, einerlei, ob dieser Kampf auf dem Schlachtfelde oder 
auf wirthschaftlichem Gebiete ausgefochten wird; die Nation, 
welcher dieses fehlt, ist ohne Gnade dem Untergange geweiht. 
Sie muß zerfallen, denn wie sollte da ein Zusammenhalt, ein 
festes Zusammenstehen gegen gemeinsame Feinde zu erwarten 
sein, wo kein Gefühl der Zusammengehörigkeit vorhanden ist? 
Um unsere Nation vor dem Zerfall zu schützen, oder doch we 
nigstens vor Schwächung zu bewahren, gilt es daher, unter allen 
Gliedern derselben, auch unter den fern der Hcimath weilenden 
Ansiedlern, ein kräftiges Nationalbewußtsein wach zu erhalten, 
und dieses geschieht bei letzteren vorzugsweise durch einen 
möglich st regen und lebhaften Verkehr mit dem 
M u t t e r l a n d e. Ein solcher Verkehr kann sich auf die man- 
nichfaltigste Weise gestalten ; er kann im Austausch der Gedanken 
durch Briefwechsel oder durch die Preste bestehen, er kann durch 
Vereine, welchem sowohl im Auslande als in der Hcimath 
lebende Deutsche angehören, vermittelt werden, er kann endlich 
geradezu ein persönlicher Verkehr sein. Der letztere ist offenbar 
von außerordentlicher Wichtigkeit. Verguügungsreisende, Jagd-
	        
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