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biet umfaßt die Orte Schmöllnitz, Göllnitz, Stooß, Schwedler,
Einsiedel und Wagendrüsiel.
9. D i e Zipfer. Die Einwanderung der Deutschen
(Nieder- und Mitteldeutsche) in das sogenannte Zipser-Land
fand ungefähr um dieselbe Zeit statt wie diejenige der Sachsen
in Siebenbürgen. Die Glanzzeit der Zipser war die Zeit vom
14. bis zum 16. Jahrhundert; damals blühte hier ein reiches
und mächtiges Bürgerthum und Städtewesen. Jetzt sind von
den 175,000 Bewohnern der Zips kaum noch 61,000 deutsch.
Von den früher so blühenden Städten haben ihr deutsches Ge
präge noch einiger Maßen bewahrt die Orte L e u t s ch a u ,
Käsmark, Schmöks und Deutschendorf. Berg-
ner stellt dem Nationalgefühl des Zipfers kein gutes Zeugniß
aus, wenn er sagt: „Der Zipser ist außerhalb seiner Hcimath
stets bereit, sich als Magyar zu erklären, innerhalb derselben
spricht er dem slowakischen Dienstmädchen zu Liebe das fremde
Idiom und vergißt darüber sein Deutschthum". In der letzten
Zeit soll sich übrigens eine Wendung zum Bessern geltend ge-
macht haben. Nach Jung ist das Schulwesen verbessert wor
den, suchen gesellige Vereine deutsches Wesen zu erhalten, zu
wecken und zu pflegen.
10. T i e K r i ck e r h ä u e r. In den beiden bedeutendsten
der niederungarischen Bergstädte, K r e m n i tz und S ch e m n i tz,
hat sich bis auf den heutigen Tag ein Rest des einst hier all
mächtigen Deutschthums erhalten. Von diesen dereinst reichen
llnd mächtigen Bergstädteu aus wurden, namentlich im 14.
Jahrhundert, neue Zweigkolonien gegründet, welche, da sie in
wilder Waldgegend angelegt wurden, die Bezeichnung „hau"
(Nushau) erhielten, wie z. B. Glaserhäu, Koneschhäu u. s. w.
^ie so entstandenen Ortschaften wurden „Haudörfer" genannt,