Full text : Die Deutschen im Auslande

83

von  denselben  erworbenen  Grundbelches  eine  äußerst  hervorragende ­
  Stellung  einnimmt.  In  Wisconsin  und  Minnesota ­
  hatte  das  deutsche  Element  Mitte  dieses  Jahrhunderts  sogar
  ein  entschiedenes  Uebergewicht  über  das  angelsächsische  erlangt; ­
  durch  die  Zuwanderung  zahlreicher  Yankees  aus  den
östlichen  Staaten  und  besonders  durch  beklagenswerthen  Mangel
an  nationalem  Sinn  büßten  unsere  Landsleute  leider  ihre  dominirende
  Stellung  wieder  ein.  Noch  immer  aber  ist  Wisconfin
  derjenige  Staat,  in  welchem  der  prozentuale  Antheil
des  Deutschthums  an  der  Gesammtheit  der  Bevölkerung  der
größte  ist,  und  Milwaukee  die  deutscheste  aller  namhaften
Städte  Amerikas.  In  dieser  am  Michigansee  anmuthigst  gelegenen ­
  Stadt  spielen  die  Deutschen,  welche  mehr  als  die  Hälfte
der  Bevölkerung  ausmachen,  die  weitaus  hervorragendste  Rolle;
hier  giebt  es  deutsche  Theater,  deutsche  Konzerte,  deutsche  Biergärten,
  deutsche  Vereine  der  verschiedensten  Art,  hier  halten  die
Deutschen  fester  zusammen,  als  in  irgend  einer  anderen  amerikonischen
  Stadt  von  gleicher  Größe.  Von  den  sonstigen  großen
Zentren  deutschen  Lebens  in  der  genannten  westlichen  Staatengruppe
  dürfen  nicht  unerwähnt  bleiben:  Tintinnati  in
Ohio.  Chicago  in  Illinois.  St.  Louis  in  Mis.
souri.  In  jeder  dieser  drei  Städte  sind  etwa  '/»  der  Bewohner
deutschen  Stammes.  Unter  den  214  Kirchen  Cincinnatis  sind
41  deutsche;  die  deutschen  Bewohner  der  Stadt  haben  zwei
Waisen-  und  zwei  Krankenhäuser  errichtet;  es  besteht  ein  deutsches
  Theater;  große  Industrien,  wie  das  Brauergewerbe,  sind
fast  ganz  in  deutschen  Händen.  Der  Umfang  des  deutschen  industriellen
  und  kommerziellen  Geschäftes  ist  in  Cincinnati  jedoch
nicht  so  bedeutend,  wie  in  Chicago  und  St.  Louis.  In  Chicago
betheiligen  unsere  Landsleute  sich  in  hervorragendem  Maße  an
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.