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Ruhe und Sicherheit gewährleisten, wie die Aufhebung des seit 1883 bestanden
habenden Einfuhrverbots von amerikanischem Schweinefleisch, welche vor allen
Dingen unsere wirthschaftlichen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten zu freund-
licheren gestalten durften."
Handelskammer zu Liegnitz.
„Die geschlossenen Handelsverträge mit Oesterreich, Italien und der Schweiz
haben für die Industrie durchschnittlich nur den negativen Vortheil, daß eine ge
wisse Stetigkeit der einschlägigen Verhältnisse erreicht wird und man hoffen darf,
daß diese Handelsverträge weitergehende, erfolgreiche Ausdehnung finden werden.
Es soll aber unbedingt anerkannt werden, daß diese Handelsverträge als ein erstes
Symptom des VerlaffenS eines Hochschutzzollsystems, welches von Rußland. Frank
reich und Amerika inaugurirt worden, aufzufassen und als solches dankbarst zu
begrüßen sind."
Handelskammer für den Regierungsbezirk Oppeln.
„In eingehender Weise haben wir zur Zeit der zwischen Deutschland und
anderen Staaten stattfindenden Handelsvertrags-Verhandlungen die Wünsche unseres
Bezirkes gesammelt und durch die Vermittlung des Herrn Handelsministerö den
deutschen Bevollmächtigten zur möglichsten Berücksichtigung eingereicht. Auch be
züglich der mit Rumänien, Belgien, Serbien, den Vereinigten Staaten und Brasilien
abzuschließenden Verträge haben wir Gelegenheit gehabt uns zu äußern. Die
differentielle zollamtliche Behandlung von aus Oesterreich in daö deutsche Grenz
gebiet eingeführtem Holze hatte uns auch im Berichtsjahre beschäftigt und haben
wir in einer wiederholten Eingabe an den Herrn Finanzminister um Abhülfe
dieser offenbaren Ungleichheiten gebeten. Ein Bescheid ist bisher noch nicht erfolgt.
Dagegen ist es uns gelungen, auf eine Reibe von Massenpetitionen bin eine
strengere Handhabung bei der zollfreien Einfuhr von Mehl, Brod re. aus Oester
reich zu erwirken."
Handelskammer für die Mreife Sagan nnd Sprillan.
„Wir heben mit Befriedigung hervor, daß die schon in unserem vorjährigen
Berichte erwähnte wechselseitige handelspolitische Annäherung verschiedener euro
päischer Staaten Gesetzeskraft erlangt hat. Die hauptsächlichste Bedeutung liegt
allerdings weit mehr in dem damit zur Anerkennung gelangten Prinzipe, als in
den Einzelheiten der Tarifpositionen. Sind wir auch keineswegs gewillt, den
Werth der auf zwölf Jahre mit unseren Nachbarstaaten abgeschlossenen Handels
verträge herabsetzen und die Wohlthat der geschaffenen Stabilität wie die Sicher
ung gegen weitere Erhöhung von Zollsätzen bestreiten zu wollen, so müssen wir
doch zu unserem Bedauern conltatiren, daß erhebliche praktische Erfolge der Ver
träge vorerst wob! nicht zu erwarten sind. Es liegt dies an dem Umstande, daß
das Inkrafttreten der Handelsverträge zeitlich init der tiefen Depression zusammen
fällt, die sich über unser gesammtes Wirthschaftsleben erstreckt. Die schutzzöllnerische
Hochfluth ist zwar vorüber, ader die Folgen dieser, wie aller sonstigen ungünstigen
Momente um unö her lassen sich nicht so leicht beseitigen, wie dies in ver
schiedenen uns zugegangenen Specialberichten besonders betont wird."