Full text: Urtheile der deutschen Handelskammern über Zollpolitik und Handelsverträge

genugsam beneidete» Vorsprung vor der französischen Republik gewonnen baben, 
und welche zu der Hoffnung auf die Befestigung des Dreibundes und damit auf 
die Erbaltung des Friedens berechtigen. Wir dürfen somit das Zustandekommen 
der Handelsverträge als einen politischen und wirtbschaftlichen Ersolg mit Genug- 
tbuung begrüßen." 
Handelskammer zu Osnabrück. 
„Durch den Abschluß der Handelsverträge mit Oesterreich Ungarn, Italien, 
Belgien und der Schweiz hat, -- abgeseben vom Getreidezoll, — unser Waaren - 
Zolltarif, soweit der diesseitige Bezirk in Betracht kommt, Aenderungen von 
wesentlicher Bedeutung nicht erfabren Wir können es übrigens an dieser Stelle 
nur nochmals wicdcrbolen, daß wir cs für ebenso dringend, als wie im allgemeinen 
Landes-Interessc heilsam erachten, für die fernere Wirtbschaftspolitik des Reiches 
unentwegt an den Grundsätzen fest zu halten, aus welchen mit dem Fahre 187!' 
dasjenige ökonomische System errichtet wurde, dessen Segnungen für die Ent- 
Wickelung der deutschen Gewerbthätigkeit heute wobl als offenkundig erachtet werden 
dürfen Das schließt natürlich nicht aus, daß auch bei der jetzigen Gestaltung des 
Zolltarifs immer noch Mängel empfunden werden, deren Beseitigung ebensowohl 
in der Billigkeit liegt, als wie sie Interessen der allgemeinen Voltswirthschaft 
nicht würde schädigen können. Zn dieser Richtung baben wir wiederholt darauf 
hingewiesen, daß der deutsche Einfuhrzoll auf Hefe zum Schutze der deutschen 
Hefe Industrie nicht ausreicht, daß dahingegen der bestehende Petroleum Faßzoll, 
vbne jeglichen Vortheil für den deutschen SteuerfiScus, den beimischen Handel zu 
Gunsten des Auslandes empfindlich schädigt, daß durch den Mangel eines Vnmpen- 
Ausfuhrzolleö unsere Papier Industrie sehr benachtheiligt wird. und daß die 
Wiedergewährung des 20 procentigen Zollrabatts bei der Einfuhr junger ausländischer 
Weine nur diejenigen Härten ausgleichen würde, welche dem deutsche» Weinhandel 
jetzt gegenüber dem ausländischen Wettbewerb auferlegt worden sind. Hinsichtlich 
der Begründung dieser Anliegen glauben wir für dieses Mal auf die in früheren 
Berichten enthaltenen umfassenden Ausführungen uns beziehen zu dürfen, indem 
wir die Hoffnung hegen, daß sich im deutschen Reichstage bald Gelegenheit bieten 
wird, der Erörterung der von uns erwähnten Zollfragen erfolgreich näber zu 
treten." 
Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg. 
„Das Deutsche Reich bat neuerdings mit Oesterreich-llngarn, Italien, der 
Schweiz und Belgien Handelsverträge abgeschlossen, die ans dem Fuße der Bi eist 
bcgünstignng beruhen. Dadurch sind für einen Zeitraum von nahezu zwölf Jahren, 
nämlich bis zum 3!. December 1003, zahlreiche Zollsätze Deutschlands und der 
anderen Staaten festgelegt und bei einer Reibe derselben, gegenüber dem allgemeinen 
Tarif, zum Theil recht weitgehende Ermäßigungen zugestanden worden. 
„Wir baben Veranlassung genommen, an den Herrn Reichskanzler die Bitte 
zu richten, mit dein brasilianischen Staate baldtbunlichst auf dem Fuße der Meist 
begünstigung einen Handelsvertrag abzuschließen, damit den Nachtheilen, welche die 
zwischen diesem Staate und den Vereinigten Staaten von Nordamerika neuerdings 
getroffcnenen Abmachungen füe Deutschlands Handel, Industrie und Scbişşsabrt 
im Gefolge haben werden, die Spitze abgebrochen würde.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.