außer :huņlaiit, mit tau wir überhaupt ite di keinen Vertrag hatten, sowie Portugal,
too seine Verträge gekündigt bat. ältere Verträge weiterlaufen. Natürlich werden
die neuen Verträge in den uns sehr zahlreich zugegangenen, in Theil B diese?
Berichtes wiedergegebenen Aeußerungen der einzelnen Gewerbetreibenden sehr ver-
schieden, häufig sehr abfällig, beurtheilt; denn viele, darunter auch manche sehr
wohl berechtigte und begründete. Wünsche sind leider ganz oder theilweise unerfüllt
geblieben, -in Ganzen ist aber hierbei'zu berücksichtigen, daß sich bei Beurthei
lung solcher Dinge erfahrungsgemäß Befürchtungen eher und lauter geltend machen
als Hoffnungen. Es ist daher wohl zu hoffen, daß die thatsächliche Wirkung der
Verträge, die sich erst im laufenden Jahre zeigen kann, manche bei deren erstem
Bekanntwerden aufgetauchten Besorgniffe als übertrieben erweist. Auch darf man
den Nutze» der Verträge nicht einseitig an dem Maßstabe der deutschen Wünsche
messen, sondern kann sie nur darnach beurtheilen, ob, ganz abgesehen von der
politischen Bedeutung der wirrbschaftlichen Annäherung jener sechs Staaten, that-
sächlich günstigere Abmachungen erreichbar gewesen und was ohne solche für ein
Zustand eingetreten wäre. Ersteres läßt sich natürlich ohne genaue Kenntniß des
Ganges der Vertragsverhandlungen schwer entscheiden; der Umstand aber, daß
ähnliche Klagen wie in Deutschland auch in Belgien, Italien und in Oesterreich
ertönen, läßt annehmen, daß deutscher Seite im Ganzen nicht wesentlich größere
Opfer gebracht worden sind, als auf Seite jener Staaten, während betreffs der
Schweiz das Beispiel Italiens allerdings bewiesen bat, daß mit Hartnäckigkeit
weiter zu kommen war. Auch ist natürlich nicht ausgeschlossen, daß in einzelnen
Fällen der Werth deutscher Forderungen oder die Nachtheile deutscher Zugeständnisse
bei den Verhandlungen nicht genügend gewürdigt worden sein mögen. Hätte
man aber, weil nicht mehr zu erreichen war, die Verhandlungen scheitern lassen,
so wären die Klagen über die dann zweifellos überall statt der erfolgten Er
mäßigungen eingetretenen Zollerhöhungen sicherlich sehr viel allgemeiner und stärker
gewesen, als sic jetzt über die Mängel des Erreichten sind. Daß die Beurtheilung
der Verträge mit der Zeit eine günstigere werden wird, läßt sich schließlich wohl
auch deshalb erwarten, weil bei deren Veröffentlichung die deutscherseits zu
bringenden Opfer gleich in vollem Umfange feststanden und erkennbar waren, die
Vortheile dagegen nur zum Theil. Denn während die von Deutschland an
Oesterreich-Ungarn, die Schweiz, Italien und Belgien gemachten Zugeständnisse
bei Verhandlungen mit anderen Staate» kaum der Erweiterung bedürfen werden,
bei dem ersten vorläufigen Vertrage mit Spanien sogar nicht einmal in vollem
Umfange gewährt wurden, werden boffcntlid) diese anderen Staaten sehr erhebliche
Zugeständnisse machen müssen, um bei den durch die Tarifverträge verbundenen
Staaten die Meistbegünstigung nach Ablauf ihrer Verträge mit diesen wieder zu
erhalten oder um, wie z B. Rußland, auch nur für einzelne Waaren «Getreide»
den verbundenen Staaten gleichgestellt zu werden. Schließen andere Staaten aber
später, z B. die Schweiz nnd Italien, unter sich Tarifverträge, so kommen die
gegenseitigen Zugeständnisse ebenso Deutschland zu Gute, schließen sie keine und
versagen sich die Meistbegünstigung, so ist manchen deutschen Waaren der Wett-
bcwerb erleichtert, wie z. B. in Spanien «bis I. Juli) und Italien gegenüber
französischen Waaren.
„Ausschlag gebend für die Beurtheilung der Verträge bleibt aber nach unserer
Meinung der Umstand, daß durch sie auf 12 Jahre hinaus, hinsichtlich einer
großen Reihe von Waaren, Zollerhöhungen ausgeschlossen sind und die allseitig