Object: Bergwirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft

bleibender Maßstab dafür vorhanden ist. Vor der Zeit der 
Geldwirtschaft war er nicht da, und seit der Zeit der Geldwirt- 
schaft hat er keine gleichmäßige Dauer. 
2. Der Verkäufer von Nahrung in der geldlosen Zeit will auch 
nur tauschen, und zwar das, was er übrig hat (für ihn also wert- 
los ist), gegen das, was er nötig hat und hoch bewertet. Auch 
das Eingetauschte wird also subjektiv einseitig bewertet, und so 
hängt es lediglich vom Zufall ab, ob und wie sich etwa Nahrung 
gegen Kleidung, Getreide gegen Pelze, eintauschen läßt oder 
nicht. Von billig und teuer, von gerechtem und ungerechtem 
Tauschhandel, z. B. Elfenbein gegen Glasperlen, Gold gegen 
„Feuerwasser“, kann also niemals die Rede sein. 
3. Es schob sich nun zwischen Nahrung und Kleidung, als sie 
beidenichttauschbar waren, ein vermittelndes drittes, ein Tausch- 
mittel. Das mußte auch mal irgendwo, irgendwie brauchbar 
sein, wegen dieses „Mal und Irgendwo“ vor allem also haltbar 
und bewegbar sein, und wegen des „Irgendwie“ innerhalb ge- 
wisser Gewohnheiten liegen. So kam man nach langen Umwegen, 
Kreuzwegen und Querwegen schließlich zum Metallgeld, das 
aber auch bis heute seinen Weg bis zur Vollendung, d. h. bis 
zur räumlichen und zeitlichen Gleichheit nicht durchlaufen hat, 
weil ja der edelste Geldstoff, das Gold selbst, den Schwankungen 
von Angebot und Nachfrage, von geologischem Vorkommen, 
technischer Erreichbarkeit und politischen Machtverhältnissen 
einerseits und von industrieller, gewohnheitsmäßiger und gesetz- 
geberischer Nachfrage andererseits unterliegt. 
4. Mit einem stabilen Tauschmittel hätten wir zwar einen 
Wertmaßstab für die Herstellungskosten — und in gewissem 
5 Krahmann, Arbeitsgemeinschaft 
Si
	        
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