Deutsch-französischer Mrieg. 29
Schlacht bei Sedan erließ der damals in Braunschweig
domicilirte Ausschuß jener Partei ein Manifest (5. Septbr.),
um Telnonstrationen der Arbeiterwelt gegen eine Fortsetzung
bes Kriegs hervorzurufen. Durch Jnterniruug aus der
Festung Lützen mußte dem antideutschen Treiben jenes Aus
schusses ein Halt gesetzt werden. Nicht Humanitätstücksichten,
welche die von dem Kriege geforderten Opfer beschränken
wollten, hatten das Manifest dictirt, sondern die Sympathie
mit dem republilanischen Frankreich, das aln 4. September
an die Stelle des kaiserlichen getreten war.
Als der Krieg beendigt war, und das deutsche Volk der
herrlichen Siege und der glorreichen Heldenthaten seiner
Söhne sich freute, bemühte sich der „Volksstaat", diese wohl
berechtigte Freude möglichst zu dämpfen durch die Veröffent
lichung einer langen Reihe wahrscheinlich von Karl Marx
verfaßter Artikel:*) „Zur Erinnerung für die deutschen
Mordspatrioten," welche dem deutschen Volt die Geschichte der
Niederlagen aus den Jahren 1806—1807 mit schwarzen
Farben vor die Augen malten. An sich läßt sich gegen
eine einfache Mahnung, in den Tagen des Glücks auch der
vergangenen Tage des Unglücks eingedenk zu bleiben, gewiß
nichts sagen. Aber daß es bei dieser Veröffentlichung auf
eine Demüthigung der Deutschen und auf eine Verherrlichung
der Franzosen abgesehen war, beweisen die Schlußworte des
letzten Artikels (76), welche lauten:
„Stellt man einen Vergleich zwischen dem hier Erzählten
„und den Ereignissen des letzten deutsch-französischen Krieges
„an, so kann man sich leicht sagen, ob überhaupt das Ge-
„schwätz von den „noch nie dagewesenen Leistungen" der
„beutschen Armee auch nur einen Schein von Berechtigung
*) Volksstaat 1871: 57-59, 61, 62, 66-76