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Die Zusammensetzung des produzierenden Vermögens bleibt bis zum Jahre 1907 im ganzen
konstant; dann zeigt sich eine Zunahme des Betriebsvermögens. Durchschnittlich betragen das pro
duzierende Anlagevermögen 60,5%, das Betriebsvermögen 39,5 °/ 0 des produzierenden Vermögens,
einschließlich 16,6 °/ 0 Vorräte.
Der Anteil der Wertpapiere und Beteiligungen ist gering; auf sie entfallen nur 2,5 % des
Gesamtvermögens.
Abgeschrieben werden jährlich durchschnittlich 3,7% des Gesamtveimögens.
VII. Chemische Industrie.
Tabelle 22.
Zu den Aktiengesellschaften dieser Gruppe wurden neben denen der eigentlichen chemischen
Industrie die Farbwerke, die Sprengstoff- und Zündwarenfabriken, sowie eine Gesellschaft für Kohlen
fabrikation und eine Bleistiftfabrik gezählt. Die Anzahl der Gesellschaften sinkt von 23 im Jahre 1901
auf 22 im Jahre 1902 und steigt bis 1910 auf 40 Gesellschaften.
Das eigene Kapital nimmt im Laufe der 10 Jahre im Verhältnis zum Aktienkapital zu,
mit Ausnahme des Jahres 1905, in denen das Aktienkapital erheblich steigt; durchschnittlich beträgt
es 133,9% des Aktienkapitals. Das fremde Kapital besteht mit Ausnahme des Jahres 1902 zum
größeren Teil aus kurzfristigen Schulden; es beläuft sich durchschnittlich auf 46,6 % des eigenen
Kapitals, von denen 18,1% auf Anleihen und Hypotheken entfallen, deren Höhe nur 24,2°% des
Aktienkapitals erreicht. Die Inanspruchnahme fremden Kapitals ist ungleichmäßig; die ersten Jahre
zeigen eine allmähliche Abnahme, die letzten 5 Jahre dagegen ein schnelles Steigen; die stärkste
Zunahme findet 1909 statt, hervorgerufen durch Erhöhung der Anleihen.
In der Zusammensetzung des produzierenden Vermögens überwiegt das Betriebsvermögen,
das durchschnittlich 60,1% des produzierenden Vermögens beträgt, so daß auf das produzierende
Anlagevermögen 39,9 % entfallen. Die Vorräte mit 25,9 % des produzierenden Vermögens sind
beträchtlich. Im ganzen bleibt die Höhe dieser Anteile konstant; eine Ausnahme im Vergleich mit
den folgenden Jahren bildet im Jahre 1901 die Höhe der Vorräte, denen im selben Jahre außer
gewöhnlich hohe kurzfristige Schulden entsprechen. Im Jahre 1908 kommt die starke Kapital
vermehrung hauptsächlich dem Betriebsvermögen zugute.
Der Anteil der Wertpapiere und Beteiligungen wächst in den 10 Jahren von 7,3 auf 14,5 %
des Gesamtvermögens; durchschnittlich beträgt er 11,8%. Die Abschreibungen belaufen sich auf
3,9 % des Gesamtvermögens.
VIII. Industrie der Öle und Fette.
Tabelle 23.
Von den Aktiengesellschaften der Industrie der Öle und Fette beschäftigt sich eine, durch
laufend von 1901 bis 1910, mit der Verarbeitung von Wachs, mit Kerzenfabrikation usw., während
die beiden übrigen Gesellschaften, sowohl die der Jahre 1901 bis 1905 wie 1908 bis 1910, Ölmühlen
und -fabriken betreiben. Das eigene Kapital, durchschnittlich 110,3% des Aktienkapitals, zeigt bei
den einzelnen Gesellschaften sehr verschiedene Höhe, wie ein Vergleich der übrigen Jahre mit den
Jahren 1906 und 1907 zeigt. Das Wachsen des eigenen Kapitals in den Jahren I9°9 ur, d 19 10
beruht zum großen Teil auf einer Vermehiung der Reserven durch Agiozuwendungen. Das fremde
Kapital beläuft sich auf 50,0% des eigenen Kapitals, von denen 10,1% auf langfristige Schulden
entfallen, die 11,1 % des Aktienkapitals betragen. In den einzelnen Jahren schwankt die Inanspruch
nahme fremden Kapitals erheblich, wobei die kurzfristigen Schulden die langfristigen stets bedeutend
überwiegen.
Vopr produzierenden Vermögen entfällt der Hauptanteil auf das Betriebsvermögen einschließlich
Vorräte, das 69,4 % des produzierenden Vermögens ausmacht, gegenüber 30,6 % produzierendem
Anlagevermögen. Die Vorräte sind sehr hoch; mit 31,1% sind sie durchschnittlich höher als das
produzierende Anlagevermögen. Ein auffallend niedriges produzierendes Anlagevermögen zeigen
die Jahre 1906 und 1907, in denen die der Untersuchung zugrunde liegende Gesellschaft keine
Ölmühle betreibt.
Der Anteil der Wertpapiere und Beteiligungen am Gesamtvermögen ist mit 1,7 % gering;
nur im Jahre 1910 erreichen sie mit 4,8% mehr Bedeutung.
Die Abschreibungen sind seht niedrig, sie betragen durchschnittlich 1,7 % des Gesamtvermögens.