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brauch verhâltnismâBig stark erhôhen, um uns eine Handels-
ziffer zu besorgen, die unser Handel mit Deutschland aufzu-
weisen batte, nâmlich eine Milliarde, 660 Millionen, Wie wir
bei der Untersuchung über den Durchfuhrhandel bereits ge-
sehen haben, müBte Frankreich seine ganze Transportpolitik
fahren lassen und seine Zollgesetzgebung abândern, was ihm
in Anbetracht der Umstânde so groBe materielle Verluste ein-
tragen würde, dafi gar nicht daran zu denken ist, AuBerdem
wâre zu untersuchen, inwieweit Frankreich uns unsern Handel
mit Deutschland vergüten kônnte mit Rücksicht auf die Art
der ausgetauschten Güter. Eine eingehende Untersuchung
darüber würde uns zu weit führen; wir werden uns damit
begnügen, einige Worte darüber zu sagen, 10 ) Die „Statistik
des belgischen Spezialhandels mit Frankreich, GroBbritannien
usw, für 1908/09, untersucht hînsichtlich des Ursprungs und
des Grades der Bearbeitung der ausgetauschten Güter“, 1911
von unserer Regierung herausgegeben, ist hierfür um so
wichtiger, als sie den Durchfuhrhandel sorgfâltig ausscheidet;
wir entnehmen ihr die folgende Tabelle (XIX), die zum Ver-
gleich dienen kann, obwohl sie von 1909 datiert. In erster
Linie îallt darin der überwiegende Anteil (53,6 %) der Fabrikate
an unserer Einfuhr aus Deutschland, sowie derjenige der Roh-
stoffe ins Auge, wohingegen in der Ausfuhr nach diesem Lande
die Halbfabrikate vorherrschen. Unser Handel mit Frankreich
zeigt keine derartige Steilsprünge, die auf eine gewisse
Spezialîsierung im Austausch schlieBen lassen, Andererseits
weist der Vergleich zwischen dem deutsch-franzôsischen Aus
tausch und dem deutsch-belgischen Handel, den Tabelle XIX
bietet, auf einen zu verschiedenartigen Charakter, als daB an
die Môglichkeit eines gegenseitigen Ausgleîchs gedacht werden
konnte; die Spezialîsierung zeichnet sich dafür beiderseits zu
scharî ab und entspricht den in Jedem der beiden Lânder be-
stehenden Produktionsbedingungen, Und diese sind wiederum
von natürlichen, soziologischen, ethnographischen und anderen
Faktoren abhângig; einfach willkürliche Verordnungen würden
sie nicht verândern kônnen.
1B ) Für nâhere Einzelheiten sehe man die Studie von H. Waentig, Die
Zukunîtspliine des Herrn Billiard, in; Belfried, I. Jg., S. 9 ff.