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ausschweifende Lebensweise des Grafen zusammen
bringen und vorbereiten, um gegen ihn den Prozeß
auf Beschlagnahme wegen Verschwendung und den
Prozeß auf Ehescheidung zu beginnen. Ich selbst begab
mich nach Aachen, um genauer die Ursachen seiner neuen
feindlichen Schritte gegen die Gräfin auszukundschaften.
Ich erfuhr sie bald. Ich fand ihn in Aachen mit einer
neuen Mätresse, einem als Intrigantin bekannten
Weibe, der Baronin von Meyendorff, geborene Hag-
guere, Holländerin von Geburt, Frau des Barons von
Meyendorff, des Bruders des frühern russischen Ge
sandten in Berlin. Diese Frau hat lange Zeit als russische
Spionin in Paris gedient, namentlich bei dem Herzog
von Orleans. Jetzt hatte sie sich den Grafen Hatzfeldt
als Beute erkoren. Bald hatten wir nicht nur die Beweise
für ihren unerlaubten Verkehr mit dem Grafen in Hän
den, sondern auch dafür, daß er ihr unter der maskierten
Form einer Anleihe eine Schenkung gemacht hatte,
welche die Zukunft des Sohnes der Gräfin, Paul, völlig
ruinieren mußte, da dessen Vermögen als des jüngsten
Sohnes nicht durch die großen Familienmajorate,
welche nur den ältesten Kindern gehören, gesichert war.
Der Graf hatte die Absicht, ihn zu ruinieren, denn er
haßte ihn aus tiefstem Herzensgründe, weil es ihm
nicht gelungen war, ihn der Gräfin zu entreißen oder
ihn von derselben abzuwenden.
Zu dieser Zeit war er eben im Begriff, die Schenkung
auf die Allodialgüter, welche die Zukunft von Paul
sichern sollten, hypothekarisch einschreiben zu lassen.
Als die Gräfin vernahm, daß die Zukunft ihres an
gebeteten Kindes auf ewig zugrundegerichtet werden