Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

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II.  Buch.  Der  Güteraustausch.

Die  schlimmsten  Mißbräuche  kommen  indessen  im  Gebiete  des  nicht  kaufmännischen ­
  Credits  vor.  Wir  werden  uns  mit  diesen  im  nächsten  ĶĢ
zu  befassen  haben.  In  dem  vorliegenden  haben  wir  es  nur  mit  dem  w
brauch  des  Handelscredits  und  den  durch  denselben  verursachten  Schädigungzu
  thun.  Zunächst  aber  wollen  wir  die  aus  der  letztern  Art  des  Credi
erwachsenden  Vortheile  recapituliren.  Wir  haben  die  folgenden  Kategorie
derselben  zu  unterscheiden.  .
1.  Eine  überaus  bedeutende  Ersparniß  an  kostbaren  Metallen,  die  oy
Creditgewährung  mit  schweren  Lasten  beschafft  werden  müßten.  Es  läßt  st
nicht  berechnen,  wie  große  Massen  derselben  jährlich  gekauft  werden  ķ  '
obgleich  ohne  den  Credit  die  Anzahl  der  Zahlungen  auf  jeden  Fall  bedeute
reducirt  werden  müßte.  So  läßt  sich  denn  nur  sagen,  daß  die  Erspar"  p
viele  Millionen  ausmacht.  Diese  Ersparniß  hat  dann  auch  noch  die  gûŞ
Folge,  daß  sie  dazu  beiträgt,  den  Tauschwerth  des  Geldes  vor  allzu  grost^
Veränderungen  zu  bewahren.  Während  sich  nämlich  einerseits  mit  der  8  '
wältigen  Zunahme  des  Handels  die  Anzahl  der  Zahlungen  ganz  beträcht  l
steigert,  nimmt  andererseits  mit  der  gleichzeitigen  Entwicklung  des  Credittvese
diejenige  der  Bargeldzahlungen  verhältnißmäßig  ab,  da  sowohl  die  gegenses  Ģ
Conlpensation  der  Zahlungsverpflichtungen,  das  Clearingsystem,  als  die
lation  von  Creditpapieren  einen  immer  größern  Umfang  gewinnt.  So  kam  ^
es,  daß  die  Nachfrage  nach  Gold  und  Silber  in  unvergleichlich  geringer
Grade  zunimmt  als  die  Bevölkerung  und  der  Reichthum.  Das  ist  aber  nat»
lich  dem  Verharren  der  Preise  auf  einem  gewissen  Niveau  sehr  günstig.
2.  Eine  sehr  bedeutende  Ersparniß  an  Zeit  und  Mühe  und  eine  1Ļ
beträchtliche  Verminderung  des  mit  den  Zahlungen  verbundenen  Risicos.
dem  allem  ist  bei  der  Besprechung  der  dritten  und  der  siebenten  Fķ''
der  Bankanstalten  im  vorigen  Kapitel  die  Rede  gewesen.  jj
3.  Die  Möglichkeit,  die  Ersparnisse  mehrerer  Personen  durch  Ansa"^
lung  und  gemeinschaftliche  Placirung  nutzbarer  zu  verwenden,  als  wenn
jede  von  diesen  Personen  ihre  Sparpfennige  selbst  hätte  anlegen  müssen-  ^
Placirung  größerer  Beträge  ist  immer  leichter  als  diejenige  kleiner  ŞuM'N^
die  oft  so  geringfügig  sind,  daß  sie  kaum  productiv  angelegt  werden  könn  '
weil  Stempel-  und  andere  Gebühren,  die  Mühe  der  Zinszahlung  und
Umstünde  den  Vortheil,  der  ans  solchen  kleinen  Geldkapitalien  erwächst'
die  Maßen  verringern.  &
4.  Durch  die  von  scharfsinnigen  und  weitblickenden
leitete  Gewährung  von  Darlehen  an  Unternehmer  und  Kaufleute  und  1>
die  Förderung  neuer  Unternehmungen  leiten  die  Banken  viele  mensch  ^
Kräfte  und  eine  große  Menge  von  Sachgütern  auf  die  nützlichsten  mmr  ^
lichen  Bahnen  und  verhindern,  daß  gewisse  Menschen  unbeschäftigt  un
            
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