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II. Buch. Der Güteraustausch.
eine andere in den neunziger Jahren unseres Jahrhunderts in der Stadt Ro
die übelsten Folgen nach sich zog. Derartige Krisen beweisen auf das sch ^
gendste, welch großen Schaden die Bankanstalten durch ihre Creditgewahru S
anrichten können und in wie besonders hohem Maße gerade der von
Gelddarleihern, also namentlich der von großen Bankiers und vor allem
von Actiengesellschaften gewährte Credit die Gefahr leichtsinniger Gebaw 9
heraufbeschwört. Die Verlockung zu Wagnissen, die in der Aussicht auf M
Zinsen liegt, wie sie bei riskirten Unternehmungen gezahlt zu werden Pşş '
macht sich bei größern Geldinstituten stärker geltend, weil diese meistens
auf rechnen können, daß der bei gewisten Transactionen eventuell zu 0
wärtigende Verlust durch den hohen, aus andern, voraussichtlich erfolg«'#
Unternehmungen in Aussicht stehenden Gewinn wieder ausgewogen wer ^
wird. Andererseits aber haben die großen Geldleute und die Banken ^
den ganz kleinen Gelddarleihern wiederum den Vortheil voraus, daß sie 1
stände sind, durch ihre intelligenten Vertreter die wirtschaftlichen VerhältMl^
zu überblicken, die augenblickliche Conjunctur zu würdigen und die Verh ^
niste der einzelnen Darlehenswerber klarzustellen. Wenn also die Banken ^
ehrenhaften, wilden Spekulationen abgeneigten Leuten geleitet werden, so
ihr Wirken die geschilderten Nachtheile nicht im Gefolge haben. Es kommtt »
allem darauf an, ob ihre Leiter Männer von wahrem sittlichen Gehalte sw '
Ferner kann man nicht läugnen, daß Bankinstitute und Bankhäuser
schuld daran sind, wenn neue Ersparniffe und schon vorhandene Geldkapüa >
sowie die persönlichen Fähigkeiten und Talente vieler Menschen Unternehmung
zugeführt werden, die minder Vortheilhaft sind als andere oder gar el
Nutzen bringen und zudem noch in der Richtung ein Übeln Einstuß nu«ü
daß ihr Betrieb im höchsten Grade die Spielwuth entfesselt. Den
Punkt dieser Übeln Einflüsse bildet die Börse, eine in jeder großen
stadi vorhandene Institution. Die eigentliche und nützliche Aufgabe ^
Effektenbörse ist die, als offener und freier Markt für den Kauf und ^
Verkauf von Werthpapieren zu dienen. In frühern Zeiten wurde an
Börsen hauptsächlich nur mit staatlichen Schuldverschreibungen und so ^
anderer öffentlichen Körperschaften gehandelt. Im 19. Jahrhundert ha
welche me Mitgliedschaft ver ^eļcuiajuyi uiuuiuui umu. j
einen ungeahnten Aufschwung genommen und ist zu einer immer
Nmsatzstätte von Vermögenstheilen, ja ganzen Vermögen geworden. ^
es doch nicht leicht Personen von einer gewissen Wohlhabenheit geben,