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III. Buch. Die Bertheilung der Güter.
wesentlichen gleichwerthig sind, wenn die zum anfänglichen Betriebe des Unter
nehmens erforderlichen Werkzeuge und Materialien keine großen Auslagen
verursachen, und besonders wenn die betreffenden Erzeugnisse gänzlich oder
doch hauptsächlich für den Localbedarf bestimmt sind. Unter solchen Um
ständen werden von dem Unternehmer nicht sehr bedeutende Fähigkeiten verlangt
und verursacht die gehörige Bertheilung der Arbeit an die Mitglieder, welche
durch ihr eigenes Interesse zu fleißigem und sorgfältigem Schaffen angefeuert
werden, nur geringe Schwierigkeiten. Besteht sodann zwischen den Arbeitern
auch noch eine weitgehende Uebereinstimmung in den Anschauungen und in
den Lebensgewohnheiten, und sind dieselben in Zucht und Fleiß herangewachsen,
so wird es noch leichter sein, sie zum gemeinschaftlichen Betriebe eines Unter
nehmens zu vereinigen. So haben sich denn auch uicht selten derartige Ge
nossenschaften gebildet, in gesunder Weise entwickelt und ihren Mitgliedern
großen Vortheil gebracht. Man denke nur an die russischen Artelen. Es
sind dies Arbeitergesellschaften von bisweilen 60 und mehr Mitgliedern,
die unter einem erwählten Geschäftsführer (dem Artelschtschik), einem Schatz
meister (dem Klutschnik) und zwei Beisitzern (Starschij) stehen und Bau-,
Pflaster-, Erd- und viele sonstige Arbeiten übernehmen, wobei die Bertheilung
der Arbeit unter die einzelnen Mitglieder mit Billigkeit und ohne Wider
spruch erfolgt.
Uns Mittel- und Westeuropäern liegt freilich das Beispiel der Consum-
vereine näher, von denen bereits im 4. Kapitel des II. Buches gehandelt
worden ist, und die in England, Deutschland, Frankreich und anderswo eine
so große Verbreitung gefunden haben.
Ueber die in denselben Ländern zu industriellen oder landwirtschaftlichen
Zwecken ins Leben gerufenen cooperativen Vereinigungen, die Productiv
genossenschaften im engern Sinne, kann aber ein gleich günstiges Urtheil durch
aus nicht gefällt werden. Diese Genossenschaften haben sich weder sehr weit ver
breitet, noch irgendwie eine derart günstige Entwicklung genommen, daß man
erwarten könnte, sie würden das Vorbild werden, nach welchem sich die ge
samte Production gewisser Länder oder gar des civilisirten Theiles unserer
Erde organisiren ließe. Das klassische Land der Productivgenossenschaften ist
Frankreich, wo dieselben, im Jahre 1848 durch den katholisch gesinnten Demo
kraten Bûchez zuerst ins Leben gerufen, anfangs (in den Jahren 1848—1851)
die allgemeine Aufmerksamkeit erregte« und dann, durch den Staatsstreich vom
2. December 1851 in den Hintergrund gedrängt, in den Jahren 1863 und
1880 von neuem einen Aufschwung nahmen, der indessen des religiösen An
strichs durchaus entbehrte.
Welches ist aber nun das Endresultat dieser ganzen Entwicklung gewesen?
Trotz der officielle» Begünstigungen, welcher sich die Productivgenossenschaften