Full text : Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

4.  Kap.  Tie  Arbeitsorganisation.

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gewissem  Wetter  vorgenommen  werden  kann.  Dies  gilt  z.  B.  vom  Pflügen,
Säen  und  von  der  Ernte  im  nördlichen  Theil  von  Europa;  von  der  Bauthätigkeit, ­
  welche  durch  nordische  Winter  und  tropische  Regengüße  lange  währende
Unterbrechungen  erleidet;  von  der  Schiffahrt  auf  den  Flüssen  Nordeuropas,
Nordasiens  und  Nordamerikas,  welche  durch  das  Zufrieren  zum  Stillstand
kommt  u.  s.  w.
Eine  andere  Grenze  für  eine  weit  gehende  Arbeitstheilung  bildet  die  geringe ­
  Quantität,  die  von  den  betreffenden  Erzeugniffen  benöthigt  wird.  So
berechnete  Adam  Smith,  daß  in  den  entlegenen  schottischen  Hochlanden  ein
Nagelschmied,  welcher  nur  dieses  Gewerbe  betriebe,  an  einem  Tage  alle  Nägel
anfertigen  könnte,  die  er  während  eines  ganzen  Jahres  benöthigen  würde.
Während  also  unter  solchen  Umständen  ein  Nagelschmied  kein  Fortkommen
finden  könnte,  wenn  er  nicht  auch  andere  Gegenstände  verfertigte,  wird  in
einer  volkreichen  Gegend  eine  solche  Menge  von  Nägeln  begehrt,  daß  viele  Gewerb^leute
  und  Arbeiter  ausschließlich  von  deren  Anfertigung  leben  können.
Wie  die  Jntensivität  der  Production  und  die  Fachbildung,  so  hat  auch  die
Arbeitsorganisation  ihre  natürlichen  Grenzen  in  der  bald  größern  bald  geringern ­
  Quantität  der  Erzeugniffe,  nach  welchen  in  einem  gegebenen  Zeitpunkt ­
  und  in  einem  bestimmten  Productionsgebiete  Nachfrage  herrscht.  Adam
omiti)  hat  diese  Wahrheit  durch  den  Satz  zum  Ausdruck  gebracht:  Die  Arbeitstheilung ­
  findet  ihre  Grenzen  durch  die  Ausdehnung  des  Marktes.  Wieweit
die  Arbeitstheilung  getrieben  werden  kann,  wo  es  die  Natur  der  Beschäf-.f
 lot,ct  und  ein  Iļolber  Erdtheil  den  Morti  stir  die  betreffenden  Er»»q-„
  .  %  »rgonifirte  Arbeit  g#!  morben  ist,  Wnncn  mir
et  Sätze  ableiten:  erstens,  daß  dte  dadurch  gewährten  Vortheile  sehr  groß
Tx  bot  bis  Webigkit  b,r  Ņrobiiction  beine*,
HA  T"  .Ģ  öon  i^  Organisation  als  von  der  Anzahl  und  der  persönl.chen
  Tüchtigkeit  der  Arbeitenden  abhängt;  und  zweitens,  daß  die  Production
e  o  'esser  organisirt  werden  kann,  je  dichter  die  Bevölkerung  in  einem  bes
  immten  Distncte  ist.  Daran  schließt  sich  noch  das  dritte  Gesetz,  daß  bis
N  ^stimmten  Punkte  die  zunehmende  Jntensivität  der  Production  im
erhä  tniß  zu  den  dadurch  verursachten  Kosten  verhältnißmäßig  größere  Errage
  liefert,  eine  Wahrheit,  welche  man  auch  folgendermaßen  ausdrücken
^ann.  Je  dichter  die  Bevölkerting  auf  einer  jeden  Entwicklungsstufe  der  pronc
  wen  Thätigkeiten  ist,  desto  leichter  ist  es  für  diese,  bis  eine  gewiffe  Grenze
erreich  tļt,  ihren  Lebensunterhalt  zu  erwerben.  Diese  Thatsache  wird  als  das
Gesetz  der  wachsenden  Einträglichkeit  bezeichnet.
Tevas-Kämpse,  Volkswirtschaftslehre.  .
            
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