Nösler von den Schranken der freien Konkurrenz schreibt:*)
„Es gibt gesellschaftliche, insofern der Zug der Menschen nach
Gemeinschaft eine Verbindung der Schwächeren hervorbringt,
durch welche die schroffe Rücksichtslosigkeit und der Bernich-
tuugsdrang des Privategoismus gemildert und gezähmt wird",
wenn dieser Zug der Menschen nach Gemeinsamkeit nur nicht
auch den Stärkern eigen wäre und in Jnteressenkartellen und
Ringen seine fatalen Wirkungen auf die Bereinigung der Schwä
cheren nicht so eindringlich gezeigt hätte. Was Röster als
Schwächung des Kampfes betrachtet, ist thatsächlich der kon-
Zentrirte Kampf. Darum findet er sich mit seinem Vorschlage
int Uebereinklange mit zahlreichen Schriftstellern sozialdemo
kratischer Richtung: nur »vollen diese die Assoziation der
Schwächern nicht, um die Rücksichtslosigkeit im Klassenkampfe
zu zügeln und abzutönen, sondern um diesen Kampf mit ganzer
Rücksichtslosigkeit und Gewalt führen zu können. Was speziell
für die Produzenten in der Stickereibranche bei einseitiger
Klassenorganisation herausgekommen wäre, ist schon angedeutet
worden: der Sieg der Konkurrenz des Auslandes. Einen
Schritt weiter geht Wagener. **) Er verficht die Gemeinwirth-
schaften und nennt als zweite, ungleich wichtigere Klasse der
Gemeinwirthschaften (als erste nennt er die privaten oder freien),
die Zwangsgemeinwirthschaften, „die von wahrhaft fundamen
taler Bedeutung für den Ausbau der Volkswirthschaft sein
werden"; den Zwang hingegen will er nur „als Erziehungs
mittel" betrachtet wissen, „das darauf hinwirken soll, sich all-
mülig entbehrlich zu machen". Die Erfahrungen im Stickerei
verband führen zur gegcntheiligen Ansicht. Das Bedürfniß nach
Zwang uitb der Zwang selber, soweit er eine feinere und festere
Gliederung der Organisation repräsentirt, und Anderes reprä
*) Grundsätze der Vvlkswirthschaftslehre von Prof. Dr. H. Nösler
1864.
**) Allgemeine oder theoretische Bolkswirthschaftslehre von Adolph
Wagener, Leipzig »nd Heidelberg 1876.