Full text: Berliner Banken

Die Wechselstuben. 
Die Wechselstube oder, wie sie meist osfiell genannt 
wird, die Depositenkasse ist allmählich zum sprechendsten 
Zeichen der Machtentsaltung der Berliner Großbanken ge 
worden. Zn allen Straßen sieht man sie, und in protzigen 
Goldlettern, die aus die Glasscheiben geklebt sind, sucht eine 
Bank immer mehr als die andere dem Vorübergehenden 
durch die Riesensumme des Kapitals und der Reserven 
zu imponieren. Die Fülle der Wechselstuben ist aber 
gleichzeitig auch ein Dokument des scharfen Konkurrenz 
kampfes, der zwischen den verschiedenen Instituten ent 
brannt ist. Tür an Tür liegen oft die Depositenkassen, 
in ihrer äußeren Ausstattung zum Verwechseln ähnlich, 
und laden durch den Luxus der inneren Ausstattung 
und in den Abendstunden durch die blendende Lichtfülle 
das Publikum ein, sich ihrer zu bedienen. Die ver 
kehrsreichen Straßen sind geradezu mit Depositenkassen 
überschwemmt. So befinden sich auf der Potsdamer 
Straße nicht weniger als 9 Kassen von 6 Banken. 
Zn der Berliner Straße zu Gharlottenburg sind 6 Wech 
selstuben und in der verhältnismäßig kurzen König- 
straße 5. 
Früher diente die Wechselstube andern Zwecken, und 
als die Deutsche Bank als erste anfing, in den verschie
	        
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