Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

11 
1. Kapitel 
(Einleitung 
„The dismal science“, nennt die englisch sprechende 
Welt das StuMum der Nationalökonomie, „die trüb 
selige, traurige Wissenschaft". — Überblickt man die 
wirtschaftspolitische Geschichte der Kulturvölker, soweit 
sie einigermaßen verständlich vor uns liegt, dann ist 
es in der Tat betrübend, zu sehen, von welcher Fülle 
von Irrtum, Kurzsichtigkeit, krassem Egoismus und 
Unkenntnis der einfachsten Gesetze der Volkswirtschaft 
sie beherrscht wurde. 
Das vetrübendste aber ist, daß es heute noch kaum 
viel besser geworden ist. Statt Verfolgung klar ge 
steckter Ziele, aus klar erkannten Gründen, sehen wir 
überall ein unsicheres hin- und Hertasten, Experimen 
tieren, Umsatteln und Lreitmachen kurzsichtigster In 
teressenpolitik. Und wie könnte es anders sein? — 
Sind sich doch selbst die Gelehrten noch nicht einmal 
über die fundamentalsten Grundsätze der Nationalöko 
nomie einig, so daß wohl von hohem und ernstem Stu 
dium aber noch nicht von einer Wissenschaft der 
Nationalökonomie die Rede sein kann, in dem Sinne 
wenigstens, wie wir von der Mathematik oder der 
Naturwissenschaft sprechen. 
Klan forscht, man ordnet, sammelt und sichtet 
ungeheures Material, sucht die komplizierten Hergänge 
des Wirtschaftslebens nach immer neuen Methoden zu 
analysieren, aber über das Einmaleins desselben hat 
man es noch zu keiner Verständigung gebracht.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.