Full text : Das Petroleumgebiet der galizischen Westkarpathen

25

wickelt  und  nur  durch  düuugeschichtete  Sandsteine  vertreten  sind;  dasselbe
Verhältnis  herrscht  in  Harklowa,  Wojtowa  und  Kryg.
In  dieser  Gegend  haben  wir  zwei  Menilit-Schieferzüge  als  Fortsetzung ­
  jener  beobachtet,  die  wir  schon  im  Gebirge  kennen  gelernt  haben,
und  die  wir  jetzt  etwas  näher  ins  Auge  fassen  wollen.
Beim  Torfe  Äryg,  einige  hundert  Meter  nördlich  von  der  Straße,
in  dem  Orte,  wo  der  neu  angelegte  Schacht  des  Herrn  Racieski  liegt,  sieht
man  in  einem  kleinen  Bach-Einschnitte  dunkle,  bituminöse  Schiefer  mit
Fischresten,  mit  echten  Menilit-Schiefern  und  Hornsteinen,  daneben  Alaunschiefer ­
  und  dünngeschichtete  Sandsteine.  Tie  Lagernngsverhältnisse  dieser
Schichten  sind  die  nämlichen  wie  in  Macina,  so  daß  wir  hier  die  regelrechte ­
  Fortsetzung  der  oben  beschriebenen  Meiner  Mulde  vor  uns  haben.
Zwischen  diesen  Schiefern  finden  wir  einen  porösen  Sandstein  mit  einem
mergeligen  Bindemittel,  der  durch  und  durch  mit  einer  dichten  harzigen
Naphta  getränkt  ist.  Auch  andere  eocene  Sandsteine,  welche  das  Liegende
der  Menilit-Schiefer  bilden,  sind  hier  reich  an  Naphta,  so  daß  diese  Gegend
in  bergmännischer  Beziehung  die  besten  Aussichten  hat.
Dieser  Menilit-Schieferzug  zieht  sich  sehr  regelmäßig  gegen  NW.
unterhalb  Kobylanka  und  tritt  ganz  deutlich  in  einem  Einschnitte  des
Baches,  der  mitten  durch  die  Parkanlage  des  Schlosses  von  Kobylanka
fließt,  zu  Tage.  Man  sieht  hier  dunkle,  bituminöse  Schiefer  mit  „Meletta"=Schuppen,
  Hornsteinen  und  Menilit-Knollen.  Weiter  erstreckt  sich  dieser
Zug  bis  zum  Ropa-Flusse,  überschreitet  denselben,  so  daß  der  Kobylankaer
Weg,  der  sich  von  der  Chaussee  abzweigt,  durch  steil  aufgerichtete  Menilit
Schichten  führt.  Dieselben  scheinen  hier  sehr  reich  an  Naphta  zu  sein,  da
wir  beobachteten,  wie  alle  Augenblicke  große  Oeltropfen  aus  dem  Flußbette
der  Rapa  hervortraten  und  die  Wasseroberfläche  mit  einem  schönen,  regenbogenfarbigen ­
  Ueberzuge  bedeckten.
Weiter  gegen  NW.  unterhalb  Zagürzanp  verliert  sich  endlich  dieser
Zng  in  einem  mächtig  entwickelten  Eocen-Schichtencomplepe.  Der  südliche
Menilit-L-chieferzug,  welcher  von  l^aski  gegen  NW.  streicht,  ist  unterhalb
Domiuikowice  anstehend  und  verliert  sich  analog  dem  ersteren  in  der  Gegend
de-  Magdalena-Berges  oberhalb  Gorlice.  Seine  Lagerungsweise  und
petrographischen  Verhältnisse  bilden  die  Wiederholung  des  Mtzcina-Kryg-Kobylanka-Zuges.

Was  das  Naphta-Terrain  von  Lipinki.  Wojtowa  und  Libusza  betrifft, ­
  so  haben  wir  darüber  nicht  viel  zu  sagen.  Der  geologische  Bau
desselben  ist  sehr  einfach,  es  wiederholen  sich  immer  jene  schon  erwähnten
mürben  Sandsteine,  die  mit  rothen  Thonen  wechsellagern.
-^ie  bilden  überall  große,  ziemlich  regelmäßige  Falten  und  nur  in
Ansnahmsfällen  (z.  B.  in  Wojtowa)  zeigen  sie  eine  größere  Störung  in
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.