Siebter Abschnitt.
ständlichte Arbeit stampfte natürlich unmittelbar keinen Menschen
aus dem Boden, aber sie erlaubte einer geringeren Arbeiteranzahl
durch Zusatz von relativ wenig lebendiger Arbeit nicht nur die
Wolle produktiv zu konsumieren und ihr Neuwert zuzusetzen, son-
dern in der Form von Garn usw. ihren alten Wert zu erhalten. Sie
jeferte damit zugleich Mittel und Sporn zur erweiterten Reproduk-
tion von Wolle. Es ist die Naturgabe der lebendigen Arbeit, alten
Wert zu erhalten, während sie Neuwert schafft. Mit dem Wachstum
von Wirksamkeit, Umfang und Wert ihrer Produktionsmittel, also
mit der die Entwicklung ihrer Produktionskraft begleitenden
Akkumulation erhält und verewigt die Arbeit daher in stets neuer
Form einen stets schwellenden Kapitalwert.® Unter dem System
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% Die klassische Oekonomie hat wegen mangelhafter Analyse des
Arbeits- und Verwertungsprozesses dies wichtige Moment der Reproduktion
nie ordentlich begriffen, wie man zum Beispiel bei Ricardo sehen kann. Er
sagt zum Beispiel: Welches immer der Wechsel der Produktivkraft, „eine
Million Menschen produziert in den Fabriken stets denselben Wert“. Dies
richtig, wenn Ausdehnung und Intensivgrad ihrer Arbeit gegeben. Es ver”
hindert aber nicht, und Ricardo übersieht dies in gewissen Schlußfolge-
rungen, daß eine Million Menschen sehr verschiedene Massen von Produk-
‘ijonsmitteln, bei verschiedener Produktivkraft ihrer Arbeit, in Produkt ver-
wandelt, daher sehr verschiedene Wertmassen in ihrem Produkt erhält, die
von ihr gelieferten Produktenwerte also sehr verschieden sind. Ricardo hat
nebenbei bemerkt, an jenem Beispiel umsonst versucht, dem J. B. Say den
Unterschied zwischen Gebrauchswert (den er hier Wealth nennt, stofflichen
Reichtum) und Tauschwert klar zu machen. Say antwortet: „Was die
Schwierigkeit betrifft, auf die Ricardo hinweist, indem er sagt, daß bei AD
wendung von vollkommeneren Verfahrensarten eine Million Menschen zwei
der dreimal so viel Reichtümer erzeugen können, ohne mehr Wert zu €!“
zeugen, so besteht diese Schwierigkeit nicht mehr, sobald man, wie ma»
muß, die Produktion als einen Tausch betrachtet, in dem man die produk-
tiven Dienste seiner Arbeit, seines Bodens und seiner Kapitalien hingibt, U”
Produkte zu erhalten. Diese produktiven Dienste sind es, durch deren Ver“
mittlung wir alle Produkte erhalten, die es auf der Welt gibt. Nun +"
sind wir um so reicher, unsere produktiven Dienste haben einen um ®
größeren Wert, je größer die Menge nützlicher Dinge, die sie in dem Pr?
Juktion genannten Tausch erzielen.“ (J. B. Say: „Lettres a M. Malthu®
Paris 1820“, p. 168, 169.) Die „Schwierigkeit“ — sie existiert für ihn, nich
(ür Ricardo —, die Say erklären soll, ist die: Warum vermehrt sich nicht de
Wert der Gebrauchswerte, die von einer bestimmten Menge Arbeit erzeugt
werden, wenn ihre Quantität infolge gesteigerter Produktivkraft d%
Arbeit wächst? Antwort: Die Schwierigkeit wird dadurch gelöst, d?
man den Gebrauchswert gefälligst Tauschwert nennt. Tauschwert ist 8
Ding, das irgendwie mit Austausch zusammenhängt, Man nenne also di
Produktion einen „Austausch“ von Arbeit und Produktionsmitteln geg“%
das Produkt, und es ist klar wie Wasser, daß man um so mehr Tauschw®
erhält, je mehr Gebrauchswert einem die Produktion liefert. In ander
Worten: Je mehr Gebrauchswerte, zum Beispiel Strümpfe, ein Arbeitstoß
dem Strumpffabrikanten liefert, desto reicher ist er an Strümpfen. Plötzlic
(ällt Say jedoch ein, daß „mit der größeren Quantität“ der Strümpfe ib!