Full text : Das Petroleumgebiet der galizischen Westkarpathen

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Analog  zu  den  Verhältnissen,  die  wir  im  I.  Theile  bei  Wojtowa,
Libusza  u.  s.  w.  kennen  gelernt  haben,  sieht  man  auch  hier  ein  ganzes
System  von  leicht  gewölbten  Falten,  die  aus  weichen  naphtaführenden
Sandsteinen,  Schiefern  u.  s.  w.  bestehen.  Nach  unserer  Ansicht  gehören
alle  die  Schichten  zu  der  Eocen-Formation,  doch  sind  sie  so  wesentlich  von
den  karpathischen  plattigen  Sandsteinen  (die  keine  Naphta  enthalten)  verschieden, ­
  daß  wir  für  nöthig  erachtet  haben,  dieselben  unter  dem  Namen
der  „Schichten  von  Libusza"  auf  unserer  Karte  auszuscheiden  (grüne  Farbe
blau  gestreift).
Die  Schichten  von  Libusza  zeigen  sich  überall  im  nördlichen  Theile
unseres  Aufnahmsgebietes,  mit  Ausnahme  jener  Gegenden,  die  durch  den
Citzzkowicer  Sandstein  eingenommen  werden.
Hier  finden  wir  auch  den  Berglehkn  mächtig  entwickelt.  (Orange.)
Er  unterscheidet  sich  wesentlich  durch  den  Mangel  an  Löß-Schnecken,  an
Kalkkonkretionen  u.  s.  w.  von  dem  typischen  Löß.  In  seinem  Liegenden,
manchmal  sogar  in  ihm  selbst,  sieht  man  Lagen  von  karpathischem  Schotter,
seltener  Sand.  Seine  starke  Mächtigkeit  ist  die  Ursache,  daß  die  Schichten
von  Libusza  nicht  überall  anstehend  sind,  und  nur  in  den  tiefen  ErosionsThälern ­
  der  Flüsse  und  Bäche  zu  Tage  treten.  Dieser  subkarpathische
Lehm  schmiegt  sich  in  seiner  Entwicklung  an  das  Gebirge  an,  so  daß  er
dem  allgemeinen  NW.-Streichen  folgt.
Wir  müssen  an  dieser  Stelle  den  Namen  des  „subkarpathischen
Lehms"  —  den  wir  diesem  Gebilde  gegeben  haben  —  rechtfertigen.
Die  beiden  Benennungen,  die  von  den  Karpathengeologen  hier  angewendet ­
  werden,  nämlich  „Berglehm  und  Blocklehm",  sind  unserer  Meinung
nach  unpassend.
Die  erste,  d.  i.  Berglehm,  würde  also  dieses  subkarpathische  Gebilde
mit  dem  Lehm  des  Gebirges  identificiren,  und  wir  haben  Gründe,  diese
beiden  Bildungen  von  einander  zu  unterscheiden.  Denn  —  während  der
Berglehm  lediglich  das  Product  localer  Verwitternng  ist,  —  verdankt  der
subkarpathische  Lehm  seine  Entstehung  der  Wirkung  verschiedener  Factoren,
so  z.  B.  des  fließenden  Wassers,  der  Winde,  manchmal  sogar,  wie  z.  B.
bei  Libusza,  der  Gletscher.
Was  aber  die  andere  Bezeichnung,  d.  i.  Blocklehm,  anbelangt,  so  ist
doch  allgemein  bekannt,  daß  dieselbe  in  der  Alpengeologie  für  etwas  ganz
anderes  gebraucht  wird.  Es  ist  also  rathsam,  diesen  Namen  bei  dem  subkarpathischen ­
  Lehm  nicht  in  Anwendung  zu  bringen  und  auf  diese  Weise
der  nomenclatorischen  Verwirrung  aus  dem  Wege  zu  gehen.
Schließlich  wollen  wir  erwähnen,  daß  wir  auf  dieser  Karte  sämmtliche ­
  größere  Alluvien  des  Biata-Flusses  und  mancher  wichtigeren  Bäche
ausgeschieden  haben.
            
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