Full text : Lexikon der Handelsgeographie

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Agra  —  Ägypten  (Areal,  Bevölkerung).

und  die  Einfuhr  in  die  dem  europäischen
Verkehr  erschlossenen  Gebiete  auf  560
Mill.  Mk.  —  Au  Eisenbahnen  ist  der
große  Kontinent  noch  arm,  die  Gesamtlänge ­
  aller  Linien  in  Ägypten,  Algerien
und  Tunis,  Kapland  und  Natal,  Mauritius ­
  beläuft  sich  (1879)  auf  4065  km;
somit  entfällt  nur  Vioo  km  (in  Europa
l,c  km)  auf  je  100  qkm.  Verhältnismäßig ­
  noch  geringer  ist  sein  Telegraph ­
  e  n  n  e  tz.  Die  Länge  aller  Linieir  betragt
nur  15,100,  die  Länge  aller  Drähte  23,700
km;  die  Anzahl  der  im  Jahr  versandten
Telegramme  wird  auf.1,300,000  geschätzt.
Kabel  verbinden  den  Erdteil  jetzt  mit  Enropa
  (Algier  -  Frankreich  ,  Aleraiidrien-Eypern),
  die  Kanarischen  Inseln  werden
von  dem  von  England  über  Lissabon  nach
PernambucolaufendenKabcl  berührt,  und
von  der  Kapkolonie  ist  über  Sansibar  ein
Kabel  vollendet  worden,  das  bei  Aden  an
die  große  Linie  Anschluß  hat,  welche  England ­
  mit  Ägypten,  Indien,  Ostasien  und
Allstralien  verbindet.  —  Die  Wertmesseroder
  Münzen  des  Erdteils  sind  mannigfach: ­
  in  vielen  Gegenden  Salztafeln  (Sudán, ­
  Abessinien),  Muscheln  oder  Kauris,
Banmwollzeugstreifen  und  Glasperlen,  an
der  Goldküste  Goldstaub;  Geld  in  den  Mittelmeerländern, ­
  Kolonien  und  Abessinien,
wo  die  Maria-Theresiathaler  gelten.
Agra,  Hauptstadt  des  brit.  Gouvernements ­
  der  Nordwestprovinzen  in  Ostindien, ­
  1170  km  nordwestlich  von  Kalkutta,
am  rechten  Ufer  des  Dschamna  und  der
Bahnlinie  Kalkutta-Lahor;  (i872)  149,000
Einw.  Ressort  des  deutschen  Konsuls  in
Kalkutta;  A.  Bank,  Bank  of  Bengal,
Uncovered  Service  Bank.  Der  Verkehr  in
der  Stadt  ist  lebhaft,  der  Handel  bedeutend.
Agram,  Hauptstadt  des  gleichnamigen
Komitats  sowie  des  Königreichs  Kroatien
und  Slawonien,  unweit  der  Save  an  ber
Ungarischen  Staats-  und  Südbahn;  (isso)
28,äO  1  Einw.  (95  Proz.  Kroaten).  Filiale
der  Österreichisch-Ungarischen  Bank,  Erste
kroatische  Sparkasse,  Kroatische  Kommerzialbank,
  Kroatische  Eskomptebank.  Handel ­
  mit  Wein  und  Getreide  sowie  Spedition.
Aguadilla  (spr.-dilja),  Hafenplatz  an
der  Nordwestküste  der  Insel  Puerto  litico;
(1877)  7200  Einw.  Deutsches  Vicckonsnlat.

  Es  wertete  1879  die  Einfuhr  (Manufaktur- ­
  und  Eisenwarcn,  Weizen,  Mais
und  Mehl,  Getränke,  Reis)  2,399,300
Mk.,  davon  deutsch  598,100Mk.;  die  Ausfuhr ­
  3,959,560  Mk.,  davon:  Kaffee  (für
2.695.000  Mk.),  Zucker  (1,201,100  Mk.)
und  Tabak  (58,300  Mk.).  Deutschland
bezieht  Kaffee  und  Tabak.  1879  liefen  80
Schiffe  von  21,456  Ton.  ein  (davon  15
deutsche  von  6063  T.).
Aguascalientes,  Hauptstadt  des  gleichnamigen ­
  mejikan.  Staats;  (isso)  35,000
Einw.  Hauptstapelplatz  für  den  Binncnhandelam
  KrenznngSpilnktzweier  frequenten ­
  Straßen.  Große  Messezu  Weihnachten.
Ägypten,  Tributärstaat  der  Türkei
unter  der  absoluten  Herrschaft  eines  erblichen ­
  Fürsten,  welcher  den  Titel  »Chedive«
  führt.  Areal  und  Bevölkerung  1877:
QKilom.  Bewohner
Eigentlicher  Ägypten  .  .  (5586280
Oasen  der  Libyschen  Wüste  j 1UJ1  \  84000
Nubien  864500  1  000000
Sudan,  Dar  Fur  und
Äquatorialprovinzen  .  1001062  10800000
Zusammen:  2886016  17420280
Unter  den  Bewohnern  des  cigentlicheil
Ä.  zählte  man:  68,653  Fremde  (davon
Griechen  29,963,  Italiener  14,524,  Franzosen ­
  14,310,  Engländer  3795,  aus  Österreich-Ungarn ­
  2480,  Spanier  1003,  Deutsche ­
  879  rc.).  Das  eigentliche  Ä.  allein  ist
demnach  doppelt  so  groß  wie  Spanien,
nutzbar  ist  jedoch  nur  ein  schmaler  Knltnrstreifen
  von  24,197  qkm  (also  nicht  einmal ­
  von  der  Größe  Belgiens).  Ä.  ist  ein
vorwiegend  ackerbautreibender  Staat;  von
seiner  nichteuropaischen  Bevölkerung  sind
1.855.000  (70  Proz.)  Ackerbauer,  590,000
Gewerbtreibende,  275,000  dem  Priesteroder ­
  Gelehrtenstand  angehörig.  DieErnte
  n  hängen  regelmäßig  von  der  Höhe  ber
Nilüberschwemmungen  ab;  eine  gute
Ernte  schätzt  man  auf  14,»  Mill,  hl,  nämlich ­
  5,5Mill.hl  Weizen,  3,9Mill.hl  Gerste
und  4,8  Mill,  hl  Biais.  Auch  viele  Hülsenfrüchte ­
  werden  gebaut  und  exportiert.
Die  Ernteerträge  sind  indes  sehr  schwankend ­
  und  demgemäß  auch  die  Allsfuhren.
Die  Mittelerntc  von  1876  ergab  z.  B.
eilten  Überschuß  des  Exports  im  Wert
von  43,»  Mill.  Mk.,  die  schwache  Ernte
            
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