Norwegen (Viehzucht, Fischfang).
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offiziellen Landwirtschaftsstatistik nimmt
inan den Wert von 4 Renntieren gleich
I Rind und von 8 gleich 1 Pferd an. Der
Viehstand Norwegens ist ein relativ be
deutender; 1875 kamen auf 1000 Bewoh
ner 562 Rinder, 933 Schafe, 56 Schweine.
Die Rinder sind aber klein, daher und auch
infolge der schlechten Ernährungsverhält
nisse ist die Einfuhr von Vieh ziemlich
stark. Der Viehhandel 1877 zeigte in:
Einfuhr Ausfuhr
Rinder 7054 110
Schafe und Ziege». 2091 8
Schweine .... 13600 —
1878 betrug der Wert der Einfuhr von le
benden Tieren 983,920 Mk., der Ausfuhr
57,680Mk.; davon entfielen auf Hamburg
bei der Einfuhr 3024, bei der Ausfuhr 5264
Mk. Zu dieser Mehreinfuhr au lebendem
Vieh kommt noch eine solche von Fleisch,
Speck u. a., die sich 1877 auf 7,004,000
Mk. bezifferte, während die Ausfuhr nur
225,000 Mk. wertete. 1878 betrug der
Wert der Einfuhr (in Millionen Mark):
Überhaupt Aus Deutschland
Fleisch und Speck . 5,2 0,4»
Butter 4,8 l,so
Andre Eßwaren von
Tieren .... 1,5 0,23
Zusammen: 11,5 1,98
Dabei wurden 1878 nur für 1,6 Mill. Mk.
tierische Eßwaren exportiert. Au der Ge
samteinfuhr, welche 1878 ohne Abzug der
Ausfuhr den Wert von 74,o Mill. Mk.
erreichte, partizipierte Deutschland mit
27,78 gm.
Der Fischfang nimmt unter allen
Erwerbszweigen der norwegischen Be
völkerung die erste Stelle ein, nicht nur,
weil die Bewohner der Nord - und West
küste sich ausschließlich mit ihm beschäfti
gen und seine Erträge für die Ernährung
der gesamten Bevölkerung von der höchsten
Bedeutung sind, sondern auch, tveil derselbe
die bedeutendste Quelle des Nationalein
kommens bildet. Die Dorsch- (Kabeljau-)
Fischerei wird an den Lofoten von Ende
Januar bis Anfang April betrieben; der
Fischwird entweder durch Dörren in freier
Luft zu Stockfisch (Törsisk) oder durch
Salzen (wozu man graues Seesalz aus
Frankreich, Spanien und Portugal ver
wendet) zu Klippfisch bereitet. Die Leber
liefert Thran (1879 für 1,462 Mill. Mk.),
Kopf nndEingeweide den Fischgnano (1879
für 1,913 Mill. Mk.). Der Heringsfang
dauert das ganze Jahr; man unterscheidet
Frühjahrs-,Fett-(Sommer-) und Großhe
ringsfang. Der letzte dauert von November
bis Anfang Januar. Andre Fische sind:
Makrelen, Lachs, ferner Hummer. Im
Durchschnitt von 1876—78 waren die
Mengen der gefangenen Fische folgende:
Dorsch 49,2 Mill. Stück
Fetthcring . . . . 486000 Hcktol.
Kleinere Sorten. . 107000
Frühjahrshering. . 146000
Mischungshering. . 22000
Großhering . . . 232000
Makrele 6,3 Mill. Stück
Lachs 388000 Kilogr.
Hummer . . . . 1073000 Stück
Leber 146000 Hektol.
Rogen 52000
Fischköpfe .... 21,2 Mill. Stück
1879 stieg der Dorschfang auf 61,450,000
Stück. Im Durchschnitt von 1869—78
betrug der Wert der Gesamtausfnhr von
Fischen und Fischereiprodukten 47,i Mill.
Mk., darunter:
Dorsche und Produkte davon. 27,7
Heringe 17,4
Andre Fische 2,o
Im Jahr 1878, dessen Ertrag sehr be
deutend gegen das Vorjahr zurückblieb,
gelangten folgende Fischmaren zur Aus
fuhr (Wert in Millionen Mark) :
Frische Fische . 0,98 Andre Fische . l,u
Stockfisch . . 5,49 Fischrogen . . 1,79
Klippfisch . . 16,14 Fischguano. . l,ia
Hering . . .11,21 Thran . . . 6,iß
Hummer - - 0,48 Zusammen: 44,¿7
Von dieser Ausfuhr nimmt Deutschland
alö stärkster Konsument 23,3 Proz. und
zwar davon dem Wert nach 59 Proz. He
ringe, 29,2 Proz. Thran; Spanien bezieht
19 Proz. und zwar fast ausschließlich
Klippfische, demnächst kommen Schweden
und Rußland mit 19. resp. 13,2 Proz.
und in absteigender Folge Italien, Öster
reich, Niederlande, England, Frankreich.
Dänemark, Wcstindicn, Portugal, Bel
gien, Brasilien und die La Plata-Staaten
Unter den norwegischen Häfen steht Ber-