Full text : Preußisches Landbuch

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Gemeinde  gestiftet.  Die  Aufgenommenen,  an  Zahl  42,  erhalten  freie
Wohnung,  Holz,  Licht  und  je  nach  dem  Mer  36  Tblr.;  ur
ihre  Beköstigung  müssen  sie  selbst  sorgen,  -l  te  Anstalt  befindet  stch
Georqenstr.  22,  hat  auch  einen  Eingang  in  der  Dorotheenstr.  23,  und
besitzt  ein  Kapital-Vermögen,  das  sich  bereits  un  Jahre  184a  ant
85,000  Thlr.  belief.  Verbunden  mit  dem  Hospital  ist  em  Krankenhaus, ­
  in  welchem  die  Kranken  freie  ärztliche  Hülfe  genießen.
Dom-Kandidaten-Stift  zu  Berlin.
König  Friedrich  Wilhelm  I.  stiftete  im  Jahre  1714  ein  Alumnat  für
sechs  reformirte  Kandidaten,  deren  jeder  ein  Jahrgehalt  von  2a  &  )  r.
unb  ein  ^e^^e=Stipenbinnl  bon  600  Slßr.  (»oib  &n  einer  anbcr^U,;
jährigen  Reise  erhalten  sollte  und  welchen  auch  wohl  eine  außerordentliche ­
  Gratifikation  bewilligt  wurde.  Die  Zahlungen  erfolgten  aus  der
vom  Kurfürsten  Friedrich  111.  im  Jahre  160a  gestifteten  Kaste  wem  is
pietatis.  (Seit  1853  iß  in  Steile  btefeß  ^,1*19  imb  mit  %er=Wendung
  der  Mittel  desselben  bei  der  Dom-Kirche  ein  Konvik^  von
Kandidaten  der  Theologie  unter  dem  Namen  „Dom-Kandidaten-^tift
errichtet.  Der  Zweck  besselbcn  ist  nach  dem  Statut  vom  22.  November
1853:  a)  seelsorgerische  Thätigkeit  der  Mitglieder  als  Pastoralgehulfen
durch  häusliche  Seelsorge,  Besuch  der  geistlich  Nothleidenden,  der  Kranken
und  Sterbenden,  durch  Armenpflege,  verbunden  mit  Besuch,  Ermahnung
und  Predigt;  l>)  möglichstes  Eingreifen  in  die  Wirksamkeit  der  inneren
Mission,  mit  geeignetem  Anschluß  an  die  bestehenden  christlichen  Vereine;
c)  Bildung  eines  Pastoral-Seminars  für  wissenschaftliche  sowohl  als
für  praktische  Theologie,  besonders  in  Anknüpfung  an  die  Erfahrungen
welche  die  Konviktualen  bei  der  zu  a  und  l>  bezeichneten  ThaÜgkeit
machen;  d)  Erlangung  einer  praktischen  kirchlichen  Anschauung  durch
Reisen.  Die  Mitglieder  des  Stifts  empfangen  von  der  Anstalt  unent-"i-
  fot;;."  »4
ist  der  Aufsicht  des  Ministeriums  der  geistl.  re.  Angelegenheiten,  sowie ­
  des  Evangel.  Ober-Kirchenraths  unterworfen.  Für  die  von  den
Konviktualen  zu  unternehmenden  wissenschaftlichen  Reisen  wird  Plan  und
Route  vorgeschrieben  und  werden  dem  Reisenden  die  zu  verfolgenden
Fragen  mitgegeben.  Die  von  ihnen  erstatteten  Berichte  werden  dem
Evangelischen  Ober-Kirchenrathe  mitgetheilt.
Dom-Leibrentenhaus  zu  Berlin.
Das  Haus  (Dorotheenstr.  23),  früher  der  rothe  Hof  genannt,  wurde
1750  von  dem  Armenfonds  der  Dom-Kirche  erworben  und  1<77  erweitert. ­
  Es  gewährt  weiblichen  Mitgliedern  der  Dom-Gemeinde  oder
brauen  und  Jungfrauen  reformirter  Konfession  gegen  ein  Einkaufs
aeld  von  3—800  Thlr.  freie  Wohnung  und  verzinset  ihnen  das  gezahlte ­
  Kapital.  Etwanige  Zuschüsse  zahlt  die  Tom-Almosenkapc.
            
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