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Graf Königsdorff,
f. v. L estwitzsche Stiftungen.
Königsstcidtische Real-Schule zu Berlin.
Das älteste städtische Institut dieser Art in Berlin, 1832 als höhere
Stadtschule begründet, seit 1859 Real-Schule Istcr Ordnung; Schul
geld 24 Thlr., Turngeld 1 Thlr. jährlich. Arme und fleißige Schüler
erhalten Freistellen, deren Zahl jedoch 8 pCt. der Schülerzahl nicht
übersteigen darf. Wenn drei oder uiehrere Geschwister gleichzeitig die
Anstalt besuchen und die Verhältnisse der Eltern eine Erleichterung bei
Zahlung des Schulgeldes rechtfertigen, kann dem dritten Bruder, resp.
der dritten Schwester der ganz freie, den folgenden der halbfrcie Unter
richt gewährt werden. Frei sind auch die Söhne und Töchter der bei
der Anstalt festangestellten Lehrer. S. Peisker-Stiftung.
Köppjohannsche Stiftung zu Berlin,
von dem Schiffbaumeister Koppjohann (t 1792) für arme Wittwen
und Waisen aus seiner und seiner t Gattin Familie, und für arme
Wittwen und Waisen aus dem Bürgcrstande der Spandauer Vorstadt
zu Berlin begründet. Die Einkünfte beliefen sich Ende 1823 auf
2500 Thlr. Die beiden Prediger der Sophienkirche sind von dem
Stifter mit der Geschäftsführung zunächst beauftragt und beziehen da
für jeder eine Remuneration von 50 Thlr. Sie müssen das Vermögen
der Stiftung verwalten, sich mit den Armen der Spandauer Vorstadt
in nähere Verbindung nnd die Armen-Dircktion von den verliehenen
Bewilligungen in Kenntniß setzen. Die Unterstützungen betragen für
Verwandte des Stifters, Wittwen und Waisen jährlich 24 Thlr., für
Bürger-Wittwen 10 Thlr.
Köppe-Unruh-Pragersche Familien Stiftungen zu Tergan,
von ursprünglich dreimal 1000 fl. Kapital, jetzt 5800 Thlr. ; die zur
Familie gehörigen Bewerber müssen ihre Abstammung von den Stiftern
(der verw. Bürgermeister Köppe, dem Dr. Prager und dem Bür
germeister Unruhe jun.) nachweisen. Die Verwaltung der Stiftungen
beruht bei dem Magistrat.
Körnersche Armen Stiftnug,
mit 12,000 Thlr. begründet, welche Johann Heinrich K örner zu Ols
berg dem Armen-Fonds ber Kirchspiele Bigge und Assinghausen im
Kreise Brilon legirte. Sie steht unter bischöflicher Verwaltung.
Körner scheö Legat.
Die Wittwe des Schöffen Jonas Körner, geb. Pulte zu Bigge
(t 1842) vermachte den Armen des Kirchspiels Förde (Olpe) und zwar
vorzugsweise den „Haus-Armen und ältesten Gutsbesitzern", (worunter
die Armen, welche des Bettclns sich enthalten und die verarintcn ur
sprünglichen Einsassen des Kirchspiels zu verstehen), 2000 Thlr., deren
Zinsen alljährlich nach Bedürfniß vertheilt werden sollen. Die Verwal
tung des Legats geschieht durch einen Vorstand, welchen der Pastor,
der Vikarius und einzelne Familien-Mitglieder bilden.