Full text : Preußisches Landbuch

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fessors  Ritter  ins  Leben  gerufen  und  hat  den  Zweck,  die  Erdkunde
in  der  von  ihm  begründeten  Auffassung  zu  fördern.  Namentlich  sollen
Reise-Unternehmungen,  bei  welchen  es  auf  Erforschung  unbekannter  oder
doch  nicht  genügend  bekannter  Länder  ankommt  oder  die  Herausgabe
größerer  geographischer  Werke  unterstützt  werden.  Die  geographische
Gesellschaft  widmete  der  Stiftung  ein  Grund-Kapital  von  1000  Thlr.;
sobald  durch  Beiträge  anderer  Art  und  Ansammlung  von  Zinsen  das
Kapital  den  Betrag  von  5000  Thlr.  erreicht  hat,  soll  die  Stiftung
ihre  Wirksamkeit  beginnen.  Die  Verwaltung  ist  einem  Ausschüsse  der
geographischen  Gesellschaft  übertragen.  Die  Stiftung  hat  die  Rechte
einer  moralischen  Person  (Kabinets-Ordre  vom  26.  Nov.  1860)  und
die  Statuten  haben  die  ministerielle  Bestätigung  am  27.  Nov.  desselben
Jahres  erhalten.  Im  Januar  1861  betrug  das  Kapital  bereits  3000
Thlr.  Protektor  der  Stiftung  ist  Prinz  Adalbert  von  Preußen.
v.  Ritzenbergsche  Stiftung  zu  Berlin.
Der  1849  +  Besitzer  des  Ritterguts  Nischwitz  bei  Wurzen  im  Königreich ­
  Sachsen,  Ferd.  Eduard  Theodor  v.  Ritzenberg,  setzte  seine
Ehegattin  geb.  v.  Krauseneck  zu  seiner  Universal-Erbin  dergestalt
ein,  daß  mit  ihrem  Tode  sein  Rittergut  Nischwitz  oder  statt  desien
120,000  Thlr.  Kapital,  und  ebenfalls  bei  ihrem  Tode,  oder  ini  Fall
sie  sich  anderweitig  vcrheirathen  sollte,  mit  dem  Eintritt  dieser  Heirath
13,333  v  Thtr.  Kapital  der  Stadt  Berlin  zufallen  sollten.  Die  Revenüen
  sollen  von  den  städtischen  Behörden  zur  Unterstützung  Nothleidender,
  die  eine  gute  Erziehung  genossen  haben,  verwendet  werden.  Die
einzelnen  Unterstützungs-Raten  sind  mit  Rücksicht  darauf  auf  100  und
200  Thlr.  jährlich  festgesetzt.  Zufolge  Ueboreinkommens  der  Wittwe
mit  der  Stadt  (1863)  behält  jene  das  Gut  und  zahlt  der  Stadt  120,000
Thlr.,  welche  zu  4}  pCt.  als  Hypothek  auf  dem  Gute  stehen  bleiben.
b.  Ritzenbe  rgsche  Stiftung  zu  Halberstadt,
von  dem  vorhittgcdachtcn  v.  Ritzenbcrg  begründet.  Er  hinterließ  der
Stadt  Halberstadt  ein  Bermächtniß  von  66,666'  Thlr.  mit  der  Bestimmung, ­
  daß  dieses  Kapital  unter  dem  Namen  der  v.  Ritzenbergschen
  Stiftung  von  der  städtischen  Verwaltungsbehörde  möglichst  sicher
angelegt  und  der  Ertrag  zum  Besten  armer  und  hülfsbedürftiger  Personen, ­
  vorzugsweise  für  Kranke,  Altersschwache,  Wittwen  und  Waisen
verwendet  werden  solle.
v.  Ritz  en  be  rgsche  Stiftung  zu  Halle.
Ebenfalls  von  dem  obengenannten  Rittergutsbesitzer  v.  Ritzenbcrg
begründet,  welcher  (1842)  der  Stadt  Halle  ein  Bermächtniß  von  42,000
Thlr.  mit  der  Bestimmung  aussetzte,  daß  dieses  Kapital  unter  dem  Namen ­
  der  v.  Nitz  en  b  erg  schen  Stiftung  von  der  städtischen  Verwaltungsbehörde ­
  möglichst  sicher  angelegt  und  der  Ertrag  zum  Besten  armer
und  hülfsbedürftiger  Personen  vorzugsweise  für  Kranke,  Alterschwache,
Wittwen  und  Waisen  verwendet  werden  solle.
            
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