fullscreen: Das Unternehmen und der Unternehmergewinn vom historischen, theoretischen und praktischen Standpunkte

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Geld- und Kredituuternehmungen und ihren Verbindungen. Selbst 
redend ist es, dass sich die Gefahren einer Unternehmung, welche 
einer entwickelteren Stufe angehört, häufen und intensiver werden, 
so dass die Gefahren einer Kredituuternehmung größer sind, als die 
eines Naturalunternehmeus. Durch eine etwa mögliche Versicherung 
gegen die Gefahr aber wird dieselbe nicht aufgehoben, ihr Dasein 
gerade anerkannt und höchstens auf eine andere Unternehmung oder 
Wirtschaft überwälzt. 
Wenn der Unternehmergewinn oft eine Gefahrsprämie genannt 
worden ist, so hat das eine ebensolche Berechtigung, wie die Be 
zeichnung desselben als Lohn des Unternehmermutes, welcher sich 
der wirtschaftlicheu und moralischen Gefahr des Unternehmens ent 
gegenstellt; und wenn wir Gefahr und Mut küustlerisch erfassen 
und personifizieren, dann sind jene Bezeichnungen nichts 
als Bilder von gewisser Wahrheit, aber sie sind durch 
aus keine wissenschaftlichen Bestimmungen, denn sie 
drücken bloß aus, als was der Unternehmergewinn er 
scheint, nicht aber was er ist. 
Aus den Güterelementen, dem Kapital und der Arbeit ent 
stehen neue Produkte. In soweit nun diese Produkte oder ihre Werte 
die Bedürfnisse des Unternehmers decken, werden sie vernichtet. 
Da nun das Unternehmen nach mehr als der bloßen Deckung der 
Bedürfnisse strebt, so ist jene Menge von Produkten oder ihrer 
Werte, welche durch den Bedarf nicht aufgezehrt wird, der Gewinn 
der Unternehmung. 
Der Unteruehmergewinn ist demnach der Überschuss der Pro 
duktion der Unternehmung, welcher durch den Bedarf oder andere 
Ursachen nicht vernichtet worden ist. 
Er ist neu gebildetes Kapital. 
Nach diesem Unterschiede, welcher zwischen Unternehmen und 
Wirtschaft thatsächlich besteht, und insbesondere durch die Er 
kenntnis des Wesens und Inhaltes des Unternehmergewinnes, ergibt 
sich von selbst die Wahrheit, dass die Elemente der Güterbildung 
überall dieselben sind: Kapital und Arbeit, und dass nur die 
Thätigkeit des Unternehmers eine andere ist, als die des reinen 
Wirtschafters. Es ist ein Irrtum vieler Nationalökonomen, dass der 
Unternehmergewinn zusammengesetzt sei aus Grundrente, Arbeits 
lohn und Kapitalzins; denn jene Quoten, welche auf die Benützung 
der Produktionsfaktoren entfallen, müssen bereits bezahlt sein, und
	        
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