Full text: Preußisches Landbuch

743 
Vereins-Anstalt für erwachsene Blinde zu Berlin. 
Sie besteht seit 1852 (Wilhelmsstraßc 4). Mitglied des Vereins ist 
Jeder, welcher jährlich wenigstens 2 Thlr. zahlt. Zweck der Anstalt 
ist, die arbeitsfähigen Blinden sowohl in moralischer und intellektueller, 
als in ökonomischer Hinsicht zu heben, und auf einer achtbaren Stufe 
zu erhalten. Sie werden zu passenden Arbeiten angehalten, und so ge 
wöhnt, sich nützlich zu beschäftigen, damit sie einen Theil ihres Unter 
halts selbst erwerben können. Außerdem erhalten die Zöglinge einen 
Nachhülfc-Unterricht in den Schul-Gegenständen, sowie in der Musik. 
Die Aufzunehmenden muffen das 15te Lebensjahr erreicht haben und 
konfirmirt sein. Unterhaltsgcld vierteljährlich 15 Thlr,, nach Maßgabe 
dessen Freistellen durch Verschreibung einer Rente oder Ucberlassung 
eines Kapitals gegründet werden können. Die städtischen Behörden bc- 
Zründeten 5 Freistellen in der Anstalt, bewilligten auch der Anstalt 
noch 400 Thlr. zu den Eisirichtungskostcn unter der Bedingung, daß 
lie Armen-Verwaltung für ihre Zöglinge weder Nachtlager, d. h. 
Betten nebst Ueberzügen, noch Handtücher zu liefern hat. Zur Be 
sitzung der städtischen Freistellen haben die Armen-Kommissionen die 
Borschläge zu machen. Vorsitzender v. Olfers. Inspektor der An 
stalt Dr. Ullrich. S. Blinden-Anstalt. 
Verhorstsche Stiftnng, 
Bon dem Dechanten Gerhard Verhörst für Arme zu St. Mauritz 
(Münster) mittelst Testaments vom 12. April 1742 begründet. 
Verpflegungs-Anstalt für erkrankte Handwerksgesellen zu Krefeld. 
1834 von den dortigen Handwerkern durch freiwillige Beiträge und 
Geschenke von Menschenfreunden begründet; die Arbeiten des Baues 
sowohl als der inneren Einrichtung vertheilten die Handwerker unter 
sich und verrichteten sie unentgeltlich. Die damals auf 36 Kranke ein 
gerichtete Anstalt ist ausschließlich für erkrankte Handwerksgesellen und 
Lehrlinge mit Ausschluß der Fabrik-Arbeiter bestimmt. Die Kosten 
der Unterhaltung werden aus den Beiträgen sämmtlicher Handwerks 
gesellen (pro Kopf 1 Sgr. wöchentlich) bestritten; die Einziehung des 
Beitrages bewirken die Meister durch Abzüge vom Lohn. Eine aus 
den Meistern gewählte Direktion führt die Aufsicht über die Verwal 
tung unentgeltlich. 
Versorgungs-Anstalt für alte Lente zu Superi. 
Sie verpflegt durchschnittlich täglich 32 Personen und hat ein Kapital- 
Vermögen von 30,100 Thlr. Steht unter der städtischen Armen- 
Berwaltung und wird von barmherzigen Schwestern geleitet. 
« Versorgungs-Anstalt zu Köln, . 
für arme vcrwaisetc oder verlassene Kinder aus der cvang. Gemeinde 
daselbst. Die Anstalt beruht auf Stiftungen, erhält Beiträge aus dem 
städtischen Waisenhaus »Fonds, ist ein Institut der cvang. Gemeinde 
und steht unter Aufsicht der Regierung. Sie hat die Rechte emer 
woralischen Person und zählt etwa 40 Pfleglinge, welche »m Lokal
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.