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Vereins-Anstalt für erwachsene Blinde zu Berlin.
Sie besteht seit 1852 (Wilhelmsstraßc 4). Mitglied des Vereins ist
Jeder, welcher jährlich wenigstens 2 Thlr. zahlt. Zweck der Anstalt
ist, die arbeitsfähigen Blinden sowohl in moralischer und intellektueller,
als in ökonomischer Hinsicht zu heben, und auf einer achtbaren Stufe
zu erhalten. Sie werden zu passenden Arbeiten angehalten, und so ge
wöhnt, sich nützlich zu beschäftigen, damit sie einen Theil ihres Unter
halts selbst erwerben können. Außerdem erhalten die Zöglinge einen
Nachhülfc-Unterricht in den Schul-Gegenständen, sowie in der Musik.
Die Aufzunehmenden muffen das 15te Lebensjahr erreicht haben und
konfirmirt sein. Unterhaltsgcld vierteljährlich 15 Thlr,, nach Maßgabe
dessen Freistellen durch Verschreibung einer Rente oder Ucberlassung
eines Kapitals gegründet werden können. Die städtischen Behörden bc-
Zründeten 5 Freistellen in der Anstalt, bewilligten auch der Anstalt
noch 400 Thlr. zu den Eisirichtungskostcn unter der Bedingung, daß
lie Armen-Verwaltung für ihre Zöglinge weder Nachtlager, d. h.
Betten nebst Ueberzügen, noch Handtücher zu liefern hat. Zur Be
sitzung der städtischen Freistellen haben die Armen-Kommissionen die
Borschläge zu machen. Vorsitzender v. Olfers. Inspektor der An
stalt Dr. Ullrich. S. Blinden-Anstalt.
Verhorstsche Stiftnng,
Bon dem Dechanten Gerhard Verhörst für Arme zu St. Mauritz
(Münster) mittelst Testaments vom 12. April 1742 begründet.
Verpflegungs-Anstalt für erkrankte Handwerksgesellen zu Krefeld.
1834 von den dortigen Handwerkern durch freiwillige Beiträge und
Geschenke von Menschenfreunden begründet; die Arbeiten des Baues
sowohl als der inneren Einrichtung vertheilten die Handwerker unter
sich und verrichteten sie unentgeltlich. Die damals auf 36 Kranke ein
gerichtete Anstalt ist ausschließlich für erkrankte Handwerksgesellen und
Lehrlinge mit Ausschluß der Fabrik-Arbeiter bestimmt. Die Kosten
der Unterhaltung werden aus den Beiträgen sämmtlicher Handwerks
gesellen (pro Kopf 1 Sgr. wöchentlich) bestritten; die Einziehung des
Beitrages bewirken die Meister durch Abzüge vom Lohn. Eine aus
den Meistern gewählte Direktion führt die Aufsicht über die Verwal
tung unentgeltlich.
Versorgungs-Anstalt für alte Lente zu Superi.
Sie verpflegt durchschnittlich täglich 32 Personen und hat ein Kapital-
Vermögen von 30,100 Thlr. Steht unter der städtischen Armen-
Berwaltung und wird von barmherzigen Schwestern geleitet.
« Versorgungs-Anstalt zu Köln, .
für arme vcrwaisetc oder verlassene Kinder aus der cvang. Gemeinde
daselbst. Die Anstalt beruht auf Stiftungen, erhält Beiträge aus dem
städtischen Waisenhaus »Fonds, ist ein Institut der cvang. Gemeinde
und steht unter Aufsicht der Regierung. Sie hat die Rechte emer
woralischen Person und zählt etwa 40 Pfleglinge, welche »m Lokal