Full text : Die Zucker-Industrie auf Cuba

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je  nach  der  Beschaffenheit,  und  4  Realen  für  das  Tausend  Cigarren.  Die
Ausfuhrzölle  späterer  Jahre  sind  oben  kurz  erwähnt  worden.
Der  Tabaksban  wird  am  stärksten  im  nordwestlichsten  Theile  der  Insel
betrieben,  nicht  unbedeutend  auch  int  östlichen,  namentlich  im  Bezirke  von
San  Jago  de  Cuba;  nur  wenig  im  mittleren  Theile.  Der  beste  Tabak,
der  sogenannte  Havana-Tabak  im  engeren  Sinne,  wächst  in  der  vuelta  abajo
bei  Havana;  namentlich  ein  schmaler  Landstrich  von  la  Leña,  bis  zu  dem
Flüßchen  8an  Juan  y  Martinez,  am  Fuße  einer  Hügelkette  daselbst,  ist  es,
welcher  diese  Tabakssorte  berühmt  gemacht  hat.  Im  Handel  unterscheidet
man  noch  die  eigentliche  vuelto  abajo  und  die  partidos,  jene  im  westlichen
Theile  der  Insel  bis  zum  Herraduraflusse,  die  zweiten  bildet  der  Bezirk
zwischen  diesem  Flusse  und  der  Havana.  Dem  in  ersterer  Gegend  gebauten
Tabak  wird  wegen  feineren  und  stärkeren  Aromas  der  Vorzug  gegeben.
Ursprünglich  wurden  zum  Anbau  der  Tabakpflanzen  nur  die  zur  Regenzeit
überschwemlnten  Uferländereien  benutzt.  Die  vermehrte  Nachfrage  steigerte
die  Preise  und  reizte  zur  Benutzung  auch  anderer  Ländereien.  Nene  Pflanzungen ­
  wurden  angelegt  und  die  bestehenden  vergrößert;  dazu  kam,  daß
für  die  Ausfuhr,  namentlich  nach  Deutschland,  leichtere  Sorten  bevorzugt
wurden:  seither  nub  besonders  seit  etwa  dreißig  Jahren  benutzt  man  auch
die  sogenannten  sabanas,  die  Ländereien  an  bett  Hügelketten  entlang.  In
den  Partidos,  wo  der  Boden  fetter  ist,  wird  nur  theilweise  Tabak  gebaut,
die  größere  Hälfte  diente  zum  Anbau  des  Zuckerrohrs  und  zu  potreros
(Viehzüchtereien).  In  der  vuelta  abajo  ist  vielfach  der  Anbau  des  Tabaks
übertrieben  worden  und  in  Folge  dessen  der  Boden  ansgesogen.  Die  Pflanzer
haben  deshalb  einige  Jahre  hindurch  versucht,  dem  Ertrage  mit  Guanodüngung ­
  nachzuhelfen,  allein  mit  sehr  ungünstigem  Erfolge,  insofern  die
Güte  der  Blätter  dadurch  beeinträchtigt  wurde.  Im  Osten  von  Havana
wird  von  den  sogenannten  remedios-Tabaken  eine  nicht  unbedeutende  Menge
von  geringerer,  aber  intmer  noch  geschützter  Güte  gewonnen;  am  lvenigsten
Beachtung  findet  der  im  Osten  bei  San  Jago,  Gibara  re.  erzeugte  Tabak.
Während  des  Aufstandes  haben  namentlich  die  Pflanzer  in  den  letztgenannten
Distrieten  Schaden  gelitten,  lvährend  die  in  der  Nähe  der  Havana  wohnhaften ­
  wenigstens  von  der  Heimsuchung  durch  die  Insurgenten  fast  ganz
verschont  blieben.  Int  Jahre  1880  sank  die  Ernte  in  der  vuelta  abajo  auf
einen  außerordentlich  geringen  Ertrag  herab.  Der  Grund  dafür  lag  nicht
blos  in  ungewöhnlich  ungünstigen  Witterungsverhältnissen,  sondern  auch
in  den  Verheerungen  durch  den  Tabaksivurm,  welcher  die  noch  zarte  Pflanze
abnagt  und  vernichtet,  dessen  Erscheinen  sich  seither  auch  wiederholt  hat.
Seit  einer  Reihe  von  Jahren  werden  übrigens  nicht  unbedeutende  Mengen
fremden  Tabaks  nach  Cuba  eingeführt,  vermuthlich  um  für  die  starke  Nachfrage ­
  auszuhelfen.  Diese  Einfuhr  fand  zunächst  ans  Portorico  statt  und
wurde  eine  Zeit  lang  geheim  betrieben.  Sie  lvird  auch  gern  in  Abrede
            
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