Full text : Die Zucker-Industrie auf Cuba

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Dann  lege  niait  die  Nohrstnbben  mindestens  24  Stunden  in  Wasser  und
trenne  die  Wurzelstecklinge  ab  mit  Gerathen  beliebiger  Art  —  deren  es
sehr  einfache  giebt  —;  diese  Stecklinge  seht  man  in  die  Furche  so  wie  es
für  die  Entwickelung  der  Knospe  und  Schößlinge  am  geeignetsten  erscheint,
ähnlich  wie  man  es  gegenwärtig  mit  den  Lnftstecklingen  zu  machen  pflegt;
die  untauglichen  Stecklinge  könne  man  zur  Düngung  mit  in  die  Furche
werfen;  dann  decke  man  letztere  mit  Erde  und  fahre  nun  sorgfältig  mit
denjenigen  Handleistnngen  fort,  die  man  auf  neuen  Pflanzungen  auch  sonst
ausführt.  Auf  diese  Weise,  meint  Reynoso,  werde  man  jährlich  die
gleiche  Ernte  erhalten  in  jedem  Lande,  wo  man  Rohr  anbaue.  Die  Handarbeit ­
  schätzt  er  nicht  übergroß,  vorausgesetzt,  daß  man  genügendes  Betriebs-Capital
  habe,  was  in  Cuba  freilich  nicht  immer  der  Fall,  wenigstens
bis  in  die  neueste  Zeit  nicht  der  Fall  gewesen.
Das  Zuckerrohr  verlangt  nicht  nur  ein  sehr  warmes,  sondern  auch
ein  #1##^  .minta,  ba  e&  bit#  let#  ^abcii  aicibet.
Indessen  scheinen  die  verschiedenen  Rohrsorten  in  dieser  Beziehung  nicht
gleichmäßig  empfindlich  zu  sein  oder  sich  dem  Klima  anzupassen.  In  den
Vereinigten  Staaten,  Louisiana,  besteht  seit  einigen  Jahren  eine  Versuchsanstalt, ­
  Namens  Magnolia-Station.  In  dem  15.  Bericht  derselben  ans  dem
Jahre  1887  wird  bezüglich  der  letzten  Campagne,  welche  am  7.  Novembee
  1886  begann,  folgendes  erwähnt.  In  Magnolia  Pflege  man  die
dürren  Rohrabgänge  auf  dem  Felde  zu  verbrennen,  sobald  die  Ernte  beendigt ­
  sei.  Im  allgemeinen  glaubten  die  Pflanzer,  daß  man  dadurch  die
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habe  den  Gegenbeweis  geliefert.  Denn  bereits  am  17.  November  1886  sei
heftiger  Frost  eingetreten,  wie  er  so  früh  bisher  dort  noch  nicht  beobachtet
worden,  ohne  daß  er  dem  Rohr  geschadet  habe.  Dem  Cubanischen  Rohre
würde  man  das  schwerlich  bieten  dürfen.
Dem  gleichmäßigen  Klima  entsprechend  soll  auch  die  Bodenwärme
sein:  es  darf  keine  zu  heftige  Ausstrahlung  vorhanden  sein.  Während  des
Wachsthums  mutz  Regen  reichlich  und  gleichförmig  fallen,  jedoch  mit  zeitweisen ­
  Unterbrechungen,  damit  die  Sonnenstrahlen  ihre  Wirkung  äußern
können.  Dagegen  bedarf  es  zur  Zeit  der  Ernte  trocknen  Wetters,  da  sonst
das  Rohr  wässerig  wird  und  leicht  ait  Zuckergehalt  verliert;  überdies  ist
der  gewässerte  Saft  leichter  zur  Gährnng  geneigt.  Bei  zu  großer  Trockenheit ­
  wird  das  Rohr  vorzeitig  reif,  ähnlich  wie  dies  auch  bei  den  Rüben
vorkommt:  wenn  auch  mit  solchem  Rohre  die  Ernte  schneller  zu  fördern  ist
und  die  Verarbeitung  kürzere  Zeit  dauert,  ist  der  Ausfall  an  Ausbeute
doch  nachtheilig.  In  manchen  Jahren  fällt  während  der  Ernte  der  Regen
so  reichlich,  daß  dieselbe  dadurch  zeitweise  ganz  unterbrochen  wird.  Während
des  Aufstandes  waren  die  Pflanzer  vielmals  genöthigt,  wegen  Mangels  an
Arbeitskräften  oder  in  Aussicht  auf  mangelnde  Absatzmöglichkeit  das  Rohr
            
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