Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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im  Bereich  der  Tliatsachen  der  allgemeine  Hergang  nicht  zu
entsprechen  vermag.
Die  nächste  Idee,  die  in  Frage  kommt,  ist  die  Annahme
reiner  Naturgrundstücke.  Hm  den  Oonseqnenzen  dieser  Voraussetzung ­
  für  die  Wirthschaftsgestaltung  gehörig  folgen  zu
können,  musste  auf  die  Urzustände  zurückgegrilfen  werden,  und
es  begreift  sich  hienach  leicht,  dass  Ricardo  den  Gang  dei
Bodenoultur  ins  Auge  fasste.  Er  construirte  sich  denselben
nach  den  gewöhnlichsten  und  am  nächsten  liegenden  Vorstellungsarten.
  Bei  dem  ursprünglichen  Ueberfluss  an  Ackerland ­
  habe  man  selbstverständlich  den  fruchtbarsten  Boden  in
Anbau  genommen  und  es  sei  eine  Rente  nicht  möglich  gewesen,
  da  die  Naturhülfe  in  Gestalt  des  Ackerlandes  in  grösser
Fülle  zur  Verfügung  gestanden  hätte.  Für  die  „ursprünglichen
und  unzerstörlichen  Kräfte  dos  Bodens"  konnte  nichts  verlangt
werden,  da  sie  einem  Jeden  zugänglich  waren.  Allem  mit  der
wachsenden  Bevölkerung  sei  die  Nothwendigkeit  ein  getreten,
auch  Boden  von  einer  geringeren  Fruchtbarkeit  anzubauen.
Auch  aus  diesem  weniger  ergiebigen  Boden  zweiter  Classe  hätte
sich  die  Bewirthschaftung  lohnen  und  der  Gewinn  von  den  angewendeten
  Capitalien  gedeckt  finden  müssen.  Die  Eigenthümer
  seien  also  nun  durch  die  erhöhten  Preise,  durch  welche
die  Bewirthschaftung  des  ungünstigeren  Bodens  möglich  geworden,
  zu  einem  Uoberschuss  gelangt.  Obwohl  nur  Au^
Wendung  derselben  Productionskosten  genöthigt,  seien  sie  durch
die  grössere  natürliche  Ergiebigkeit  begünstigt  gewesen.  Die
so  erzeugte  Differenz  sei  die  eigentliche  Rente  geworden  und
erst  mit  dem  gekennzeichneten  Schritt  im  Gange  der  Bodencultur
  entstanden.  Diese  Rente  sei  mithin  keine  Ursache,  sondern ­
  eine  Wirkung  des  Steigens  der  Getraidepreise.
Man  bemerke  in  dem  Verlauf  dieser  Schlussart  den  Umstand, ­
  dass  die  Malthussche  Anschauung  vom  Drängen  der  Bevölkerung ­
  auf  die  Nahrungsmittel  und  von  der  immer  grösser
werdenden  Schwierigkeit  der  Cerealienbeschafifung  zu  Grunde
liegt.  Man  muss  seine  Zuflucht  zu  immer  schlechterem  Boden
nehmen  und  die  verschiedenen  Classen  desselben  durchlaufen.
So  entstehen  immer  neue  Diflferenzen  für  die  Eigenthümei  der
besseren  Bodensorten.  Nur  das  zuletzt  in  Cultur  genommene
Ackerland  ergiebt  keine  Rente,  während  das  zuerst  angebaute
die  grösste  liefert.  Dazwischen  liegt  eine  Stufenleiter  von
            
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