Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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' während das allernächste Interesse und die volksmässig rasch 
einleuchtenden Wendungen in Anspruch genommen werden 
müssen. Die Anschaulichkeit der Nachweisungen spielt hiebei 
mit Recht eine grosse Rolle; aber sie verleitet auch unwill 
kürlich dazu, hinter der Fülle des aus dem Leben gegriffenen 
Materials die entscheidenden logischen Gesichtspunkte zurück 
treten zu lassen. Selbstverständlich sieht unsere Kennzeich 
nung dieser Art und Weise von jeder bewussten Fälschung 
ab und fasst nur diejenige Gestaltung ins Auge, bei welcher 
das ökonomische Denken noch in der roheren Form von Ideen 
verbleibt, die ihre Kraft in der Beschreibung, in den Beispielen 
und in dem sogenannten statistischen Material suchen, während 
das strengere Schliessen durch logische Combination der Prin 
cipien eine nur ganz secundäre Rolle spielt. Die Bildung, die 
auf dieser Grundlage und in dieser Form durch die Zeitungen 
an einen sehr weiten Kreis gelangt, mit dessen Ausdehnung 
sich der Umfang unserer ökonomisch etwas orientirten Bevöl 
kerungsschichten kaum vergleichen lässt; — diese Bildung hat 
zwar viele Vorzüge und wird einst der Ausgangspunkt für 
ausserordentliche geistige Erfolge werden können; aber sie hat 
den einen unverkennbaren Mangel, bis jetzt nicht sonderlich aus 
der Unreife des blossen Geschäftsdenkens herausgekommen zu 
sein. Sie schliesst alle Elemente in sich, die weiter entwickelt 
zu vollkommneren Einsichten führen ; aber sie vertritt selbst 
diese Einsichten noch nicht. 
Im Hinblick auf diese Beschaffenheit der allgemeineren 
volkswirthschaftlichen Bildung muss nun ein im höchsten Sinne 
wissenschaftliches System, welches rein auf Amerikanischem 
Boden und auch hauptsächlich im Anschluss an die dortige 
Ueberlieferung entstanden ist, einen um so grösseren Contrast 
ergeben. In der That beruht Careys umwälzende Volkswiitli- 
schaftslehro zu einem grossen Theil auf Anschauungen, die 
sich im Amerikanischen Leben allmälig entwickelt, bisweilen 
in Staatsschriften oder andern Gclegenheitskundgebungen einen 
Ausdruck verschafft und immer mehr zu einem eigenthüm- 
lichen Gedankenkreis verschmolzen haben. Eine erhebliche 
Gruppe dieser Anschauungen hatte eine erste systematische 
Formulirung schon durch Friedrich List erfahren und war auf 
diese Weise schon in den zwanziger Jahren mit dem Deutschen 
wissenschaftlichen Geist in Berührung gekommen. Für die
	        
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