Full text : Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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1821  in  der  Wahrnehmung  des  Terlagsgeschäfts,  welches  zu
den  ersten  des  Landes  gehörte,  führte  1824  die  neue,  jetzt  im
dortigen  Buchhandel  allgemein  geltende  Praxis  der  Auctionen
ein,  zog  sich  aber  1838  ganz  und  gar  vom  Goschäftsleben  zurück, ­
  um  in  einer  bis  jetzt  ununterbrochenen  Musse  seinem
rein  wissenschaftlichen  Drange  zu  leben.  Er  wurde  hierin
durch  die  Gunst  der  materiellen  Lage  und  durch  den  Umstand
unterstützt,  dass  er  sich  auch  von  jeder  öffentlichen  Stellung
fernhielt.  Er  hat  weder  Aemter  bekleidet,  noch  ist  er  jemals
eigentliche  Parteiverbindungen  eingegangen,  sondern  hat  sich
stets  die  vollkommenste  Unabhängigkeit  der  Ansichtsäusserung
gewahrt.
Ausser  einer  Tour  nach  Europa  im  Herbst  1857  ist  von
äussern  Ereignissen  in  dem  ruhigen,  stetigen  und  an  Philadelphia ­
  fixirten  Dasein  unseres  wissenschaftlichen  Genius  nichts
anzuführen.  Der  Reichthum  des  innern  Lebens  ist  hier  der
eigentliche  Gegenstand,  und  neben  der  besondern  Rechenschaft
über  die  Schriften  und  deren  Abfolge  dürfte  nur  noch  im  Allgemeinen ­
  daran  zu  erinnern  sein,  dass  ihr  Verfasser  in  Composition ­
  und  Stil  stets  einen  ausgeprägten  Sinn  für  das  Ebenmässige
  und  Einfache  in  einem  Grade  bekundet  hat,  welcher
mit  der  gemeinen  Schreibart  günstig  contrastirt.  Die  ästhetische ­
  Ordnung  ist  hier  das  Gegenbild  einer  Logik  und  Wahrheit ­
  des  Gefühls,  welches  der  verstandesmässigen  Zerlegung
und  der  rein  rationellen  AuAFassung  zu  allen  Zeiten  und”  bei
vielen  grossen  Entdeckungen  die  Wege  gezeigt  hat.
Die  erste  Schrift,  mit  welcher  Carey  auch  schon  eine  neue
Bahn  einschlug,  ist  sein  Versuch  über  den  Satz  dpr  Arbeitslöhne ­
  (Essay  on  the  rate  of  wages,  Philadelphia  1835).  In
dieser  Arbeit  über  den  Lohnfuss  werden  im  Hinblick  auf  die
gesammte  Welt  die  Ursachen  erörtert,  welche  dio  Verschiedenheiten ­
  in  der  Lage  der  arbeitenden  Classen  bestimmen.  Die
Ergründung  dieser  Ursachen  ist  schon  durch  einen  Titelzusatz
als  Zielpunkt  hingestellt,  und  wir  werden  in  der  Folge  nie  zu
vergessen  haben,  dass  der  Autor,  welcher  auf  diese  Weise
seine  volkswirthschaftlich  epochemachende  Laufbahn  einleitete,
gleich  von  vornherein  die  Stellung  der  Lohnarbeiter  ins  Auge
asste.  Auch  that  er  dies  schon  damals  in  jener  ihm  eigcnthümichen
  Richtung,  welche  die  hohen  Lohne  als  etwas  erkennen
lässt,  was  auch  mit  absolut  hohen  Gewinnen  vereinbar  sei.  Er
            
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