458
.W i
blick auf diesen Umstand lässt sich mit unserm Schotten o-ar
nicht mehr kritisch rechten. Nur sei bemerkt, dass seine gegen
dm Smithsche Grund Vorstellung gerichtete Formel, wonach
nicht die aufgewendete Aibeit den Werth, sondern der vorher
feststehende Werth die aufzuwendende oder aufwendbare Ar
beit bestimmt, ausserhalb des Tausches und eines fertigen Sy
stems der Preise keinen Sinn haben würde, wenn man ihr
nicht das Bedürfniss, d. h. die Nützlichkeit, als für die wirth-
schafthche Kraftausgabe normgebend unterlegte. Schwerlich
kann man sich irgendwo an einem deutlicheren Beispiel von
der Nothwendigkeit einer kritischen Auffassung des Werthbe-
griffs und der Werthursachen überzeugen, als an den Raisonne
ments Macleods. Eben weil sein Denken und seine Schlussart
einen gewissen Grad von Genauigkeit haben, treten die ün-
veieinbarkeiten entschiedener hervor, als in den verwaschenen
Auslassungen historistischer und descriptiver Natur, wie sie die
Zuflucht aller derjenigen bilden, die dem Rationalen in jeg-
licher Richtung gern aus dem Wege gehen. Der Fundamental-
leliler ist also bei Macleod schon in seiner Fassung des Ge
setzes von Angebot und Nachfrage zu suchen, indem die Glieder
dieses den Angelpunkt abgobenden Verhältnisses ohne eine
.mbmfknde VonfleHungsrnt von dem Sinn der in flmem fhm_
rirenden Grössen, d. h. von den Werthen, gedacht sind. Uebri-
iT^ns 18t es c^anz rkdddg:, class die ^Triebkraft der Ooncurrenz iii
ihrer Rolle für das ökonomische System mit der Bedeutuno
verglichen werden kann, welche der Gravitation bisher in den
Erklärungen des Natursystems zukam. Die wirthschaftlichen
Phänomene sind, abgesehen von dem, was sie auch noch sonst
sein mögen, innerhalb des lebendigen Verkehrs stets Concur-
renzerscheinungen. Allein die Ursachen dieser Ooncurrenz sind
hefer zu suchen, als dies von Seiten Macleods geschehen ist.
le Bevölkerung und die Naturgrenzen dürfen auch in den
nicht Malthusianischen Systemen nicht übersehen werden. Am
weni^ten durfte dies aber da geschehen, wo, wie bei Macleod,
er Malthus-Ricardoschen Anschauungsweise gegenüber eine
gewisse Gleichgültigkeit, um nicht zu sagen Unbestimmtheit,
vorherrscht. Unter allen Umständen muss sich aber eine
Ibeorie der Ooncurrenz allermindestens auf die von der Natur
vorgeschriebenen Bahnen des Ooncurrenzlaufes und auf die
Untersuchung der Positionen oder Ohancen einlassen. Andern-