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Diese Richtung der Produktion beruht auf verschiedenen Ur
sachen.
Erstens und besonders darauf, dass das russische Erdöl einen
relativ recht geringen Prozentsatz Leuchtöl enthält. Während
das pennsylvanische 70—75, Ohio-Oel 60—65, das galizische
50—65, das rumänische 40—6o, das elsässische Rohöl ca. 35 bis
40 % Leuchtöl ergibt, beträgt der Leuchtölprozentsatz des russi
schen Rohöls nur zwischen 30 und 35. In Wirklichkeit wird
aber ein noch erheblich geringerer Teil Leuchtöl herausdestilliert,
nämlich (nach Wolff, S. 26) in den Jahren
1891 nur 27,1 0/ 0 1896 nur 22,8 °/ 0
1892 » 27,4 % 1897 » 21,3 %
1893 > 26,3 % i8 9 8 * i8 ’9 %*)
1894 » 22,2 0/ 0 1899 » 21,0 %’)
1895 » 23,3 o/o 1900 > 21,350/0
Hiernach wurden zur Herstellung von 1 kg Leuchtöl
1889: 2,99 i8 99 : 3)26
1894: 4,14 1900: 3,22
1898: 4,32
kg Rohöl verwandt.
Zu diesem in der Natur des Produkts selbst liegenden Grunde
gesellte sich von aussen ein zweiter: Baku liegt in einer auf hun
derte von Kilometern im Umkreis durchaus Steinkohlen- und so
gar holzarmen Gegend. Am nächsten liegen wohl die Kohlen
flöze des Ural; doch diese harren noch der Ausbeutung, auch
ist noch keine Transportmöglichkeit vorhanden. Man war also
auf das flüssige Heizmaterial angewiesen, das in schier unermess
licher Fülle zu Gebote stand. Als das Masut hielt, was man sich
von ihm versprach, bemächtigte sich seit Anfang der 90er Jahre
die auf blühende Industrie seiner immer mehr. Ohne Masut könnten
jetzt die transkaukasischen Eisenbahnen (schon 1897 wurden 36 %
aller Lokomotiven mit Rückständen geheizt) ihren Betrieb nicht
aufrecht erhalten, müssten die Dampfer der Wolga, des kaspischen
und des schwarzen Meeres stillliegen, müssten die grossen Eisen
werke des Ural feiern. Dass sich bei der steigenden Nachfrage
und den fast noch stärker steigenden Preisen das Hauptinteresse
der russischen Petroleumindustrie jetzt und wohl für immer auf
die Erzeugung von Masut konzentriert, ist naturgemäss. Ist die
sem doch stets ein ausgedehntes und finanziell zufriedenstellendes
Absatzfeld, auch über das kaspische Meer hinüber und die Wolga
hinauf eine gute Transportmöglichkeit gewiss. Jetzt führt man
*) Infolge Steigerung der Weltmarktpreise für Petroleum.
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