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ITALIEN — Pama.
von Krîegsbedürfnissen und von Gemälden. Der Erbprinz ward 1801,
als Verwandter des span. Königshauses und aus Rücksicht für dieses,
von Bonaparte zum „Könige von Hetrurien“ (Toscana) erhoben. Er
verzichtete dafür auf Parma, welches Napoleon indcss (wegen der andern
Mächte) erst unterm 21. .liili 1805 (grössteutheils als Departement
des Taro) mit Frankreich vereinigte. Ein Vertrag der Grossmächte
vom 10. April 1814 theilte Parma der zweiten Gemahlin Napoleons,
der österr. Erzherzogin Marie Louise zu, doch mit der Beschränkung,
dass die Regierung nach dem Ableben der Erzherzogin nicht auf ihren
Sohn, sondern auf die alte llerzogsfamilie von Parma übergehe,
welche sich bis dahin mit Imcca zu begnügen habe. (Umlang Parmas
im Jahre 1815 90 Q.-M. mit 083,000 Einw.) Dieser Fall trat am
17. Dec. 1847 ein, bei welcher Gelegenheit das üerzogthum auch
einiges Gebiet von Toscana erhielt. 1848 bildete J*arma, bis zum
Salascovertrago, einen Bcstandtheil des Subalpinischen Reiches Karl
Alberts von Sardinien. Das Land ist seitdem immer, besonders stark
seit der Ermordung des Herzogs und einem Aufstandsversuche 1854,
von österreichischen Truppen besetzt.
Budget für 1854
Regelmässige Einnahme 7'ß()0,000 L.
Ausserordentl. ,. 240,000
Gesammteinnahmc 7’840,000
Ausgabe . . . 8’200,000
[)enciri60,0ÕÕ
Budget für 1850
Ordentliche Einnahme . 8’257,370
„ Ausgabe • 8’078,413
Daneben aber ein ausserordentl.
Budget von 0302,582 Lire. Obiger
tieberschuss ist nur auf dem Papiere
vorhanden.
Im Beginne des Jahres 1854 vernahm man aus Parma von höchst
ungewöhnlichen Finanzmaassregeln. Thomas Ward, ein Günstling des
Herzogs, britischen Ursprungs, früher in den niedrigsten Diensten, erhielt
das Privilegium zum Betriebe aller Eisen- und Kupferminen im
ganzen Lande, auch der etwa später noch anzulegenden; Staatsgüter,
im Werthe von 2 Mill., wurden ihm um 100,000 Lire verkauft. Für
sich selbst Hess der Herzog nicht nur die Antiagen möglichst erhöhen,
sondern er befahl auch (wie schon 1849 einmal geschehen war) wieder
ein Zwangsanlehen, zog das Vermögen der Wohlthätigkeitsanstalten
ein, und Hess, um in den Besitz des sämmtlichen Metallgeldes
zu gelangen, Schatzbons mit Zwangscours ausgeben; was er auftreiben
konnte, legte er im Auslande an. Nach Ermordung des Herzogs
(27. März 1854) verwandelte seine Gemahlin, nun Kcgentiii, das gezwungene
in ein freiwilliges Anlehen von 2 Mill. Lire und hob die Verordnung
wegen Einziehung des Vermögens der Wohlthätigkeitsanstalten auf.
Die Schuld wurde schon 1854 auf 14’800,Ü0() Lire geschätzt,
wovon 5 Mill, aus unbezahlten Forderungen bestanden. Das gcsaminte
unmittelbare Staatseigenthum soll um 1850 noch einen Werth von
etwa 20 Mill. Lire gehabt haben. Jetzt dürfte diese Summe wahrscheinlich
verringert sein.
Das Militär soll auf dem Friedensfusse 2773, auf dem Kriegsfusse
4033 M. zählen, bestehend aus Garde, 2 Linienbataill. (im
Frieden 750, Krieg 1290 M.), 1 Jägercompagnie, etwas Artillerie
und 400 M. Gendarmerie.