Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

DÄNEMARK  —  Finanzen.

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In  Dänemark  sind,  ausser  den  Forsten,  alle  Domänen  verkauft.
Eben  hat  man  begonnen,  auch  die  der  Herzogthümer  zu  veräussern
(vergl.  S.  189).  —  Eine  eigenthümliche  Einnahmequelle  bietet  der
SundzülL  Die  auswärtigen  Seemächte  dringen  auf  dessen  Abschaffung;
Dänemark  fordert  Ablösung,  und  zwar  im  Betrage  von  35  Mill,
lldr.,  wovon,  nach  Maassgabe  der  bisherigen  Abgaben,  u.  a.  zu
ilberuehmen  hätten:

England  10’126,855  Tlilr.
KussJand  9’73i),i)93
Freussen  4’440,027
Schweden  1’590,503

Holland  1’408,060
Frankreich  1’210,003
Dänemark  selbst  1’122,078
Norwegen  667,225

Russland,  Schweden,  Norwegen  und  Oldenburg  sollen  dem  Vorschläge ­
  solcher  Ablösung  zugestimmt  haben.  Nordamerika,  obwohl
nur  von  einem  kleinen  Betrage  getroffen,  scheint  hiezu  wenig  geneigt.
Staatsschuld.  Am  31.  März  1854  belief  sich  dieselbe  auf
121’4()0,000  Tlilr.  RM.;  Voranschlag  für  den  Schluss  des  Finanzjahres ­
  125  Mill.
Im  Ganzen  ergaben  sich  innerhalb  7  Jahren:
Vermehrung  der  eigentlichen  Schuld  20’000,000
Verminderung  des  Activvermögens  12’500,000
„  „  Reservefonds  3’300,000
Gesammteinbusse  etwa  36  Mill.
Das  Papiergeld  besteht  in  Reichsbankthalern  ;  1856  waren  davon  für
13’411,918  Rbthlr.  in  Umlauf.
Geschichtliche  Notiz.  Das  „Königsgesetz“  von  1660  (welches
dem  Herrscher  die  maassloseste  Gewalt  einräumte),  zeigte  seine  verderblichen ­
  Wirkungen  auch  in  dem  Finanzwesen.  Unter  der  Herrschaft ­
  dieses  Gesetzes  stieg  die  Schuld  schon  1771  auf  15’915,896
Rthlr.,  wovon  man  bereits  einen,  wenn  auch  kleinen,  Theil  als  „verjährt“ ­
  erklärte;  unter  der  Herrschaft  dieses  Gesetzes  erfolgte  sodann
1813  ein  förmlicher  Staatsbankerott,  wobei  man  sich  mit  der
königlichen  Verheissiing  zu  begnügen  hatte,  dass  inskünftige  ein
jährliches  Budget  veröffentlicht  werden  solle.  Diese  Verheissung  ward
1835,  also  nach  22  Jahren!  —  zum  ersten  Male  erfüllt,  —‘  Im  J.
1813  betrug  die  gewaltsam  reducirte  Staatsschuld  142  Mill.  Rbkthlr.
Papier;  das  i'apier  galt  nur  V4  seines  Nominalbetrags  in  Silber;  sonach ­
  =  35V2  Mill.  Mehrfache  neue  Anlohen  vermehrten  die  Schuldsumme ­
  rasch  aufs  Neue.  Sie  betrug  in  Silber  1841  116’608,000  Tlilr.
Erst  jetzt  begann  einige  Verminderung,  so  dass  1848  noch  105  Mill,
erschienen.  Nun  bekam  man  für  das  „Königreich“  folgende  Resultate ­
  :

Jahr  Einnahme
1849  ll’052,99()
1850  12’982,365
1851  13’373,449
1852  17’()56,719

Ausgabe
21’318,90l
22’871,182
15’092,362
19’106,338

Deficit  Deckungsweise
QU  I  Englisches  Anlchen  v.  Rbthlr.  7  Mill.
10  "35,9111  Kriegssteuer  v.  5  .
Q'««s  817  '  Anleihe  v.  6  -
'  I  u.  Kriegsstcuer  v.  5’274,()00
1’718,913  Kriegssteuer  .  ,  1’102,000
2’049  619  ^  Anleihe  .  .  l’358,000
’  I  u.  Vermindernug  des  Cassastandes.
            
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