Partien, zumal als die unterste, die der Dekorateur von jeher am
meisten berücksichtigt hat.
Die erwähnten Laboratoriumsversuche von Starch, die sich den
Experimenten der theoretischen Psychologie viel mehr nähern
als die lebensnahen Wirklichkeitsversuche haben gegenüber die-
sen den Vorteil, daß sie mit Bedingungen arbeiten, die leicht im
einzelnen. beschrieben. und daher leicht jederzeit wiederholt wer-
den können. Bei der praktischen Auswertung solcher Versuche
kommt es dann nur darauf an, daß man genau übersieht, welche
aus ihnen abgeleiteten Sätze für den konkreten Fall in Frage
kommen und daß man aus diesen Sätzen die richtigen Folge-
rungen für die Praxis zieht. Auch ist es natürlich wesentlich,
daß man bei der Inangriffnahme von solchen Laboratoriumsver-
suchen von vornherein Fragen stellt, deren Lösungen auf die
Praxis anwendbar sind. Endlich darf nicht übersehen werden, daß
die Anwendung von Sätzen der skizzierten Laboratoriumspsycho-
logie zu Konkurrenzfragen der Prinzipien und auch noch zu
anderen wichtigen Erwägungen führen kann. Eine Konkurrenz-
frage der Prinzipien liegt z. B. vor, wenn zu entscheiden ist,
ob eine unauffällige Anzeige in der Mitte der ersten Seite eines
Kataloges wirksamer ist als dieselbe Anzeige, wenn sie in auf-
merksamkeitsfesselndem Druck auf einer Seite in der Mitte des
Kataloges erscheint. Natürlich muß man sich auch hüten, solche
Laboratoriumsversuche vorschnell zu verallgemeinern.
Diejenigen Laboratoriumsexperimente, die wir bisher allein
ins Auge faßten, können als abstrakte Versuche bezeichnet wer-
den. Zwischen ihnen und den Wirklichkeitsversuchen gibt es nun
allerlei Übergänge, die bei richtiger Behandlung gleichfalls ihren
Wert besitzen können. So hat M. Schorn !) 45 Personen verschie-
denen Geschlechts, Alters und Standes als Versuchspersonen ein
Reklameplakat der Firma Weck, Fabrik von Einkochapparaten
1) M. Schorn, Begutachtung von Reklameplakaten und Inseraten. Prak-
tische Psychologie. 2. Jahrg., 1920/21. S. 257 ff.
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