Provinzen Ost- und Westpreußen zu verzeichnen; unter dem
Staatsdurchschnitte bleiben die Provinzen Schleswig-Holstein
(5 v. H.). Hannover (9 v. H.), Westfalen (10 v. H.), Sachsen
(11 v. II.). Hessen-Nassau (12 v. H.) und Eheinland mit Hohen-
zollern (14 v. H.); über dem Staatsdurchschnitte, und zwar
fast durchweg ganz erheblich darüber, stehen die Provinzen
Posen (18 v. H.), Pommern (28 v. H.), Brandenburg mit Berlin j
(36 v. H.) und Schlesien (44 v. II.). — Die fortschreitende
Zunahme hält auch 18% an.- Sie beträgt im Staatsdurch
schnitte 23 v. H. gegen 17 v. H. im Vorjahre; darunter bleiben
die Provinzen Westfalen (1 v. H.), Schleswig-Holstein und
Hannover (je 10 v. H.), Hessen-Nassau (12 v. H.), Rheinland
mit flohenzollern (19 v. H.) und Brandenburg mit Berlin I
(22 v. H.); ganz erheblich über den Staatsdurchschnitt hinaus
steigen die Provinzen Ost- und Westpreußen (33 v. H.),
Schlesien (50 v. H*.), Pommern (57 v. H.) und Posen (77 v. H.).—
Auch das Jahr 1897 bringt im Vergleiche zu den Jahren 189 1
bis 1894 noch ein erhebliches Fortschreiten des Genossenschafts
standes. wenn auch einen Rückgang gegen 1896. Die Zu
nahme beträgt im Königreich Preußen 19 v. H.; die gleiche
Zunahme wird von der Provinz Hessen-Nassau erreicht;
weniger Zunahme haben zu verzeichnen die Provinzen West
falen (10 v. H.), Hannover (11 v. H.), Schleswig-Holstein
(12 v. H.). Pommern (16 v. H.) und Brandenburg mit Berlin
(18 v. H.); dagegen mehr die Provinzen Schlesien und Sachsen
(je 20 v. H.), Rheinland mit Holienzollern (23 v. H.), Ost- und j
Westpreußen (24 v. H.) und Posen (32 v. H.). — Vom Jahre 1898
ab dagegen gerät das Wachstum des Genossenschafts
standes in eine langsamere Bewegung, wie aus der Tabelle I
des Tabellenwerkes näher ersichtlich ist, ein Vorgang, der wie
schon im Vorjahre wohl damit zu erklären sein wird, daß durch
vorhergehende reichliche Genossenschaftsbegründung eine
gewisse Sättigung eingetreten war, in zweiter Linie wohl
auch dadurch, daß sich die übertriebenen und unberechtigten
Hoffnungen auf die Kreditleistungen der Preußischen Central- j
Genossenschafts-Kasse nicht erfüllt hatten. Die Zunahme beträgt 1
im Staatsdurchschnitte nur 10 v. H. gegen 19 v. II. 1897, 23 v. H.
1896 und 17 v. II. 1895; auch die Rheinprovinz einschließlich
Hohenzollern steht mit 10 v. H. Zunahme verzeichnet; unter dem
Staatsdurchschnitte bleiben dieProvinzentIessen-Nassau(3v. H.),
Pommern (7 v. II.), Ost- und Westpreußen sowie Schleswig-
Holstein (8 v. H.) und Westfalen (9 v. H.); darüber hinaus
gehen die Provinzen Schlesien (11 v. H.). -Brandenburg mit
Berlin, Sachsen und Hannover (je 12 v.H.) und Posen (20 v.H.). j
- 1899 und 1900 fällt die Zunahme im Königreiche Preußen
weiter auf 7 v.H. Das geringste Wachstum ist 1899 in den
Provinzen Westpreußen und Posen (je 1 v. H.), 1900 in den
Provinzen Ostpreußen und Hessen-Nassau (je 3 v. H.) zu ver
zeichnen; die größte Weiterentwickelung findet 1899 in der j
Provinz Westfalen (13 v. H.) und im Stadtkreise Berlin j
(11 v. H.), 1900 ebenfalls in Berlin (26 v.H.) und in der
Provinz Schleswig-Holstein (11 v. H.) statt. — Das Zähl
jahr 1901 umfaßt nur 6 Monate. Die Ergebnisse der Zu
nahme sind daher mit den anderen Jahren nicht vergleich
bar. — 1902 steigt die Zunahme im Staatsdurchschnitte wieder
auf 11 v. H.; über dem Staatsdurchschnitte stehen die Pro
vinzen Pommern, Schlesien, Westfalen (je 13 v. H.), Berlin
(22 v. H.) und Brandenburg (27 v. H.); die niedrigste Zu
nahme hat die Provinz Hessen-Nassau mit 4 v. H. — 1903
geht die Zunahme im Staate auf 8 v. H. zurück; der Rück
gang kommt auch in der Mehrzahl der Provinzen zum Aus
druck; in Berlin und Brandenburg fällt der Prozentsatz der
Zunahme auf 1 bezw. 2 v. H. gegen 22 bezw. 27 v. H. im
Jahre 1902: ein besonderes Anwachsen zeigt sich nur in der
Provinz Westfalen (18 v. H.). — In den Jahren 1904 und
1905 erreicht die Zunahme im Staatsdurchschnitte mit je
6 v. H. ihren niedrigsten Stand; eine bemerkenswerte Höhe
behält sie in beiden Jahren nur in den Provinzen Schleswig-
Holstein (12 v. H.), Pommern (13 bezw. 14 v. H.) und Hohen
zollern (100 bezw. 21 v. H.).
Mit vorstehendem ist für die Gesamtheit der preußischen
eingetragenen Genossenschaften das gleichmäßige Fortschreiten
in den Jahren 1890 bis 1894 dargetan. 1895? 1896 und 1897
setzt eine auffällig lebhafte Zunahme ein, die 1896 sogar mehr
als das Doppelte der Vorjahre erreicht. Vom Jahre 1898 ab
geht die Zunahme in einen langsameren Gang über. Daß die
im Jahre 1895 erfolgte Errichtung der Preußischen Central-
Genossenschafts-Kasse auf die preußische Genossenschafts
bewegung einen gewissen Einfluß ausgeübt hat, sowohl für
das ganze Staatsgebiet, wie noch mehr für die östlichen
Provinzen, scheint nach diesen Zahlen wahrscheinlich;
mindestens fällt das rasche Anwachsen des Genossenschafts
standes zeitlich mit der Eröffnung der Anstalt zusammen.
Daß es sich in der Folge nicht in gleichem Maße geltend
macht, wird, wie schon angedeutet, damit zu erklären, sein,
daß mit dem Stande vom Ende der 90 er .Jahre eine gewisse
Befriedigung des genossenschaftlichen Bedürfnisses eingetreten
war und nunmehr, der wirtschaftlichen Entwickelung ent
sprechend, wieder ein gleichmäßiges Vorschreiten das natür
liche wurde. Auch die auf mangelndem Verständnis der Auf
gaben und auf Unkenntnis der geschäftlichen Grundsätze der
Preußischen Central-Genossenschafts-Kasse beruhenden Er
wartungen mögen wohl ihre sachliche Berichtigung erfahren
haben. Die Anstalt hat stets dahin gewirkt, daß Genossen
schaften nur nach Bedürfnis und nur da gegründet werden,
wo geeignete Persönlichkeiten zur Leitung vorhanden waren,
und ihre Geschäftsgrundsätze bei der Kreditgewährung haben
sich niemals von den Grundsätzen verständiger und vorsichtiger
Kreditpolitik entfernt; über ihre manchen Wünschen wohl
unbequeme, aber weise Zurückhaltung hat man sich ver
schiedentlich beklagt.
Das zeitliche Zusammenfallen der beschleunigten Genossen
schaftsbewegung mit der Errichtung der Preußischen Central-
Genossenschafts-Kasse ist aber keinesweg auch ein ursäch
liches. Der natürliche Gang des Wirtschaftslebens kann auch
seinerseits zu lebhafterer Entfaltung des Genossenschafts
gedankens die Veranlassung gewesen sein: nur ist das weniger
einfach zur Ziffer zu bringen. Da jedenfalls nicht alle Ge
nossenschaftsarten von der Staatsanstalt Kredit und Unter
stützung erwarteten, so kann aus dem erwähnten zeitlichen
Nebeneinander beider Erscheinungen dann noch kein einwand
freier Schluß gezogen werden, wenn man lediglich die
Gesamtheit aller Genossenschaften betrachtet. Es muß
auch deren Unterscheidung nach dem Gegenstände des Unter
nehmens berücksichtigt werden. Darüber weiter unten
Näheres.
Nachstehend ist die Genossenschaftszunahme in den Jahr
fünften 1890-1895, 1895-1900 un< ^ 1900-1905 zusammen
gestellt. In dem Überragen fast aller Zahlen für das Jahrfünft
1895 - I 9°° spiegelt sich wohl auch der Einfluß des Bestehens
der Preußischen Central-Genossenschafts-Kasse, immer im eben
gedachten Sinne, wider.
Die Zunahme der Genossenschaften insgesamt betrug in
den Jahrfünften
im Staate bezw.
in den Provinzen:
1390-1895.
I 895" I 9 00
I9OO-I9O5
Königreich Preussen
. . 2 223
4 294
3 902
vom Hundert....
76
84
41
Ost- und Westpreußen . . . .
391
301
vom Hundert....
59
91
37
Brandenburg mit Berlin . . .
178
365
421
vom Hundert....
81
92
55
Pommern
87
215
262
vom Hundert....
88
116
65