Full text: Denkschrift der Ersten k. k. privilegirten Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft zur Erinnerung ihres fünfzigjährigen Bestandes

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so mehr, als ihre Errichtung mit der Erneuerung des gesellschaftlichen Privilegiums zusam 
menfiel, das nunmehr in der That ein ausschliessliches Vorrecht zur Befahrung der Donau 
in ihrer Ausdehnung von Passau bis Orsova mit Dampfschiffen auf die Dauer von 35 Jahren 
statuirte. — 
Inzwischen war es gelungen, die Stromschnellen zwischen Drenkova und Orsova mittelst 
des Dampfers »Ludwig« zu befahren. Die Ueberwindung dieser natürlichen Hindernisse ermög 
lichte es, zur Etablirung director Fahrten zwischen Wien, Orsova und Galaz (Constautinopel) 
zu schreiten, während das Erträgniss der Waarenschiffe und Remorqueurs die Gesellschaft 
bestimmte, bei der Vermehrung der Betriebsmittel vorwiegend auf den Bau eiserner Remorqueurs 
und Schleppschiffe Bedacht zu nehmen. 
Die Wirkungen dieser Massnahmen traten noch im Jahre 1845 hervor. Die Zahl der 
Reisenden hob sich gegen 1844 um 90.299 Personen, der Waarenverkehr um G04.251 Centner; 
auf der Linie Pest-Semlin-Orsova betrug die Vermehrung im Personenverkehre 90%, im 
Waaren verkehre 100%. 
»Allenthalben, auf Flüssen und auf Meeren,« —bemerkt der Bericht der Administration 
vom 20. März 184G — »ist es in unserer Zeit die Dampfschiffahrt, welche den wichtigsten und 
kostbarsten Th eil des Welthandels an sich zieht, weil sie allein dem Streben unseres im Fluge 
vorwärts eilenden Zeitalters, Beschleunigung der Verbindung, Gewinn an Zeit und hiedurch 
mögliche Verdopplung der Geschäfte zu erzielen, entspricht. Je mehr sich dem Verkehre Hilfs 
mittel darbieten, desto rascher entwickelt sich derselbe, desto weitgreifender werden seine 
Anforderungen; so ergibt sich auch hei Ihrer Gesellschaft, dass gegenwärtig, wo Sie dem 
Verkehre die Maschinenkraft von 3000 Pferden mit mehr als 30 Dampfschiffen zur Verfügung 
stellen, Sie ihm weniger zu genügen vermögen, als damals, wo Ihre Betriebsmittel auf 
500 Pferdekräfte beschränkt waren. Als die ersten Schiffe im südlichen Ungarn erschienen, 
stockte der Verkehr in jenem von Communicationsmitteln entblössten Landestheile, und 
Strecken des fruchtbarsten Bodens blieben aus Mangel an Absatz der Erzeugnisse unbebaut. 
Die Dampfschiffahrt beseitigte diesen Mangel; die Cultur griff um sich, das anregende Beispiel 
der dem Strome näher gelegenen Güter wirkte auf die entfernteren und rief einen Wetteifer 
hervor, dessen gedeihliche Folgen in den Massen von Erzeugnissen hervortreten, die nunmehr 
zur Verschiffung mit Dampfbooten augeboten werden.« 
Die Administration empfahl sonach nicht allein die Aufrechthaltung der unteren Donau 
linie, die noch immer hinter selbst bescheidenen Erwartungen zurückblieb, sondern beantragte auch 
die Vermehrung des Gmndcapitales um 2 Millionen Gulden, um die Betriebsmittel nach allen 
Richtungen zu vermehren. 
Endlich war sie auch darauf bedacht, das Loos der durch Alter und Gebrechlichkeit unfähig 
gewordenen Bediensteten und deren Hinterbliebenen durch Gründung eines Pensionsfondes 
sicher zu stellen. 
Die Zahl der Bediensteten, die hieran theilnahmen, betrug damals 708, darunter 
44 Beamte und Diener des Centralbureaus, GO Angestellte und Diener bei den Agentien, 
29 Beamte bei den Werften, 41 Schiffscapitäne, 32 Conducteure, 38 Maschinisten, 
G5 Steuerleute, 227 Matrosen und 172 Feuerleute.
	        
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